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Thema: Allgemeines Forum *** Mythos und Realität am Gotthard - 2. Röhre JA oder NEIN?
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Patrick Freudiger
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Schweiz
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Allgemeines Forum *** Mythos und Realität am Gotthard - 2. Röhre JA oder NEIN? #1
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Datum: 03.02.2010, 16:41
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Mythos und Realität am Gotthard
Der Gotthard ist sozusagen der Berg der Berge in der Schweiz. Er vereinigt verschiedenste Mythen in sich. Identitätsstiftende und wertvolle wie die Geschichte von den cleveren Urnern, welche den Teufel beim Bau der gleichnamigen Brücke überlisteten.
Dann gibt es aber die destruktiven Gotthard-Mythen: Z.B. der Glaube, die Schweiz könne ihren Strassenverkehr am Gotthard weiterhin mit nur einer Röhre bewältigen.
Das Thema hat mittlerweile fast religiöse Dimensionen angenommen. Schützengräben haben eine produktive Diskussionskultur ersetzt. Es herrscht politischer Stellungskrieg. Die Linke stemmt sich mit allen Mitteln gegen die immer übermächtiger werdende Faktenlage.
Noch vor vier Jahren wurde mit dieser Verhinderungspolitik der Avanti- Gegenvorschlag gebodigt. Die Linke prophezeite ein Fiasko, wenn eine zweite Röhre gebaut würde. Mit dem real existierenden Fiasko am Gotthard müssen sich derweil Auto- und Lastwagenfahrer weiterhin herumschlagen.

Im Jahr 1980 fuhren ca. 2.9 Mio. Fahrzeuge pro Jahr (davon 0.33 Mio. Lastwagen) durch den Gotthard. Im Jahr 2004 quetschten sich durch das immer noch gleich enge Nadelöhr ganze 6 Mio. Fahrzeuge (davon 1.24 Mio. Lastwagen). Tendenz steigend.
Kein Wunder gibt es kilometerlange Staus. Eine neuerliche Umfrage scheint nun eine Trendwende anzudeuten: Laut einer repräsentativen Umfrage der Sonntagszeitung wollen 47% der Schweizer eine zweite Gotthardröhre, nur 36% sind dagegen.
Kein verkehrspolitischer Frühling, aber immerhin eine erste Schwalbe.
Diese Umfrage zur Kenntnis nehmen musste auch Moritz Leuenberger, Verkehrsminister und Garant der Linken, dass Verkehrspolitik in der Schweiz Verhinderungspolitik bleibt.
Aber der SP-Bundesrat blieb im politischen Schützengraben sitzen. Er sehe keinen Bedarf für eine zweite Röhre: Ausharren und verhindern.
Sachpolitisch spricht indes nichts mehr gegen eine zweite Röhre:
• Stau führt zu volkswirtschaftlichen Kosten in Milliardenhöhe. Dazu kommen die Kosten für die Umwelt: „Stop and go“-Verkehr sowie die Tatsache, dass nicht alle Auto- und Lastwagenfahrer beim Stau ihr Auto abstellen, führen zu mehr Emissionen.
Emissionen, die bei konstanter Durchfahrt nicht in diesem Ausmass anfallen würden.
• Die Bahn verfügt gar nicht über die Kapazitäten, geschweige denn über die Attraktivität, um die Vorgaben der ehrgeizigen Verlagerungspolitik erfüllen zu können. Von der Strasse auf die Schiene wäre das Ziel.
Ökonomische Realitäten lassen sich davon allerdings nicht beeindrucken: In Tat und Wahrheit findet eine Verlagerung von der Schiene auf die Strasse statt. 1981 transportierte die Bahn noch um die 90% der Güter durch die Alpen. 2006 waren es noch ca. 65%.
• Haupt-„Argument“ der Linken gegen eine zweite Röhre ist die Angst vor massivem Mehrverkehr bei einem Tunnelausbau. Dem allerdings widerspricht nun Ulrich Weidmann, ETH-Professor für Verkehrsplanung.
Zwar räumt er ein, dass der Gotthard für Lastwagen wieder attraktiver würde. Zugleich macht er aber klar: „Ich würde nicht sehr viel Mehrverkehr erwarten.“
• Eine einzige Gotthardröhre ist ein nicht zu verantwortendes Sicherheitsrisiko. Im Gotthard gab es seit der Einführung 1980 30 Verkehrstote (Stand 2004), im richtungsgetrennten Seelisberg-Tunnel in derselben Zeit deren neun.
Wenn ein Auto auf die falsche Strassenseite gerät, ist ein Crash fast vorprogrammiert. Auf die Frage, ob der Gotthardtunnel heute zu gefährlich ist, meint Professor Weidmann: „Zumindest möchte ich die Verantwortung für den Tunnelbetrieb nicht tragen müssen.“
Diese Verantwortung für den Gotthard-Tunnelbetrieb, inklusive den Folgen der dortigen Verkehrsunsicherheit, liegt bei SP-Bundesrat Moritz Leuenberger. Kein Wunder wirkt er manchmal wie jemand, der an seinem Amt leidet.
Patrick Freudiger, Stadtrat Langenthal
Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, Sie auf die kommenden Grossratswahlen im Kanton Bern vom 28. März 2010 hinzuweisen. Ich habe mich ebenfalls als Kandidat für die SVP (Liste 4, Wahlkreis Oberaargau) zur Verfügung gestellt.
Über Ihre Unterstützung würde ich mich sehr freuen und bedanke mich bereits jetzt ganz herzlich!
Mit besten Grüssen
Patrick Freudiger Meine politische Grundüberzeugung ist LIBERAL-KONSERVATIV Liberal: weil die persönliche Freiheit das höchste Gut des Menschen ist. Nur ein freier Mensch kann über sich selbst bestimmen und für sein Tun Verantwortung übernehmen. Konservativ: weil eine Gesellschaft nur dann erfolgreich existieren kann, wenn sie auf bewährten Traditionen basiert (z.B. Föderalismus, direkte Demokratie, Neutralität) und ihre Werte nicht verleugnet.
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