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Thema: Allgemeines Forum *** Mythos und Realität am Gotthard - 2. Röhre JA oder NEIN?
Patrick Freudiger (offline)
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Beiträge: 31
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Mitglied seit: 15.01.2008

Schweiz
icon1   Allgemeines Forum *** Mythos und Realität am Gotthard - 2. Röhre JA oder NEIN? #1 Datum: 03.02.2010, 16:41  

Mythos und Realität am Gotthard

Der Gotthard ist sozusagen der Berg der Berge in der Schweiz.
Er vereinigt verschiedenste Mythen in sich. Identitätsstiftende und
wertvolle wie die Geschichte von den cleveren Urnern, welche den
Teufel beim Bau der gleichnamigen Brücke überlisteten.


Dann gibt es aber die destruktiven Gotthard-Mythen: Z.B. der Glaube,
die Schweiz könne ihren Strassenverkehr am Gotthard
weiterhin mit
nur einer Röhre bewältigen.

Das Thema hat mittlerweile fast religiöse Dimensionen angenommen.
Schützengräben haben eine produktive Diskussionskultur ersetzt. Es
herrscht politischer Stellungskrieg. Die Linke stemmt sich mit allen Mitteln
gegen die immer übermächtiger werdende Faktenlage.

Noch vor vier Jahren wurde mit dieser Verhinderungspolitik der Avanti-
Gegenvorschlag gebodigt. Die Linke prophezeite ein Fiasko, wenn eine
zweite Röhre gebaut würde. Mit dem real existierenden Fiasko am
Gotthard müssen sich derweil Auto- und Lastwagenfahrer weiterhin
herumschlagen.



Im Jahr 1980 fuhren ca. 2.9 Mio. Fahrzeuge pro Jahr (davon 0.33 Mio.
Lastwagen) durch den Gotthard. Im Jahr 2004 quetschten sich durch
das immer noch gleich enge Nadelöhr ganze 6 Mio. Fahrzeuge (davon
1.24 Mio. Lastwagen). Tendenz steigend.

Kein Wunder gibt es kilometerlange Staus. Eine neuerliche Umfrage
scheint nun eine Trendwende anzudeuten: Laut einer repräsentativen
Umfrage der Sonntagszeitung wollen 47% der Schweizer eine
zweite Gotthardröhre, nur 36% sind dagegen.

Kein verkehrspolitischer Frühling, aber immerhin eine erste Schwalbe.

Diese Umfrage zur Kenntnis nehmen musste auch Moritz Leuenberger,
Verkehrsminister und Garant der Linken, dass Verkehrspolitik in der
Schweiz Verhinderungspolitik bleibt.

Aber der SP-Bundesrat blieb im politischen Schützengraben sitzen. Er
sehe keinen Bedarf für eine zweite Röhre: Ausharren und verhindern.

Sachpolitisch spricht indes nichts mehr gegen eine zweite Röhre:

• Stau führt zu volkswirtschaftlichen Kosten in Milliardenhöhe. Dazu
kommen die Kosten für die Umwelt: „Stop and go“-Verkehr sowie die
Tatsache, dass nicht alle Auto- und Lastwagenfahrer beim Stau ihr Auto
abstellen, führen zu mehr Emissionen.

Emissionen, die bei konstanter Durchfahrt nicht in diesem Ausmass
anfallen würden.

• Die Bahn verfügt gar nicht über die Kapazitäten, geschweige denn über
die Attraktivität, um die Vorgaben der ehrgeizigen Verlagerungspolitik
erfüllen zu können. Von der Strasse auf die Schiene wäre das Ziel.

Ökonomische Realitäten lassen sich davon allerdings nicht beeindrucken:
In Tat und Wahrheit findet eine Verlagerung von der Schiene auf die
Strasse statt. 1981 transportierte die Bahn noch um die 90% der Güter
durch die Alpen. 2006 waren es noch ca. 65%.

• Haupt-„Argument“ der Linken gegen eine zweite Röhre ist die Angst vor
massivem Mehrverkehr bei einem Tunnelausbau. Dem allerdings
widerspricht nun Ulrich Weidmann, ETH-Professor für Verkehrsplanung.

Zwar räumt er ein, dass der Gotthard für Lastwagen wieder attraktiver
würde. Zugleich macht er aber klar: „Ich würde nicht sehr viel Mehrverkehr
erwarten.“

• Eine einzige Gotthardröhre ist ein nicht zu verantwortendes
Sicherheitsrisiko. Im Gotthard gab es seit der Einführung 1980 30
Verkehrstote (Stand 2004), im richtungsgetrennten Seelisberg-Tunnel in
derselben Zeit deren neun.

Wenn ein Auto auf die falsche Strassenseite gerät, ist ein Crash fast
vorprogrammiert. Auf die Frage, ob der Gotthardtunnel heute zu
gefährlich ist, meint Professor Weidmann: „Zumindest möchte ich die
Verantwortung für den Tunnelbetrieb nicht tragen müssen.“

Diese Verantwortung für den Gotthard-Tunnelbetrieb, inklusive den
Folgen der dortigen Verkehrsunsicherheit, liegt bei SP-Bundesrat Moritz
Leuenberger
. Kein Wunder wirkt er manchmal wie jemand, der an
seinem Amt leidet.

Patrick Freudiger,
Stadtrat Langenthal


Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, Sie auf die kommenden
Grossratswahlen im Kanton Bern vom 28. März 2010 hinzuweisen.
Ich habe mich ebenfalls als Kandidat für die SVP (Liste 4, Wahlkreis
Oberaargau) zur Verfügung gestellt.

Über Ihre Unterstützung würde ich mich sehr freuen und bedanke mich
bereits jetzt ganz herzlich!

Mit besten Grüssen


Patrick Freudiger
Meine politische Grundüberzeugung ist
LIBERAL-KONSERVATIV
Liberal: weil die persönliche Freiheit das höchste Gut
des Menschen ist. Nur ein freier Mensch kann über sich
selbst bestimmen und für sein Tun Verantwortung
übernehmen.
Konservativ: weil eine Gesellschaft nur dann erfolgreich
existieren kann, wenn sie auf bewährten Traditionen
basiert (z.B. Föderalismus, direkte Demokratie,
Neutralität) und ihre Werte nicht verleugnet.
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