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Thema: Vorsicht, Buchbesprechung! Eine Rezension des Werks "Flieh. Und nimm die Dame mit" von Marcal Aquin
Wilfried John (offline)
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Beiträge: 417
Geschlecht:
Mitglied seit: 01.07.2008

Deutschland
icon1   Vorsicht, Buchbesprechung! Eine Rezension des Werks "Flieh. Und nimm die Dame mit" von Marcal Aquin #1 Datum: 01.03.2010, 10:01  

Leistung. Für gewisse Begriffe ist es eigentlich erforderlich, dass man sich
ihrer ursprünglichen Bedeutung wieder bewusst macht, denn sonst geht
man bei der Verwendung des Begriffs leicht in die Irre. Warum man in die
Irre geht? Nun, weil der Begriff seit langem von gewieften Polit-
Pharisäern und Wirtschafts-Abstaubern okkupiert und so in Misskredit
gebracht wurde. Physikalisch bedeutet Leistung, Arbeit in einer gewissen
Zeit. Arbeit aber, in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes,
bedeutet, ein reales Produkt herzustellen.

An all das muss ich denken, wenn da – z.B. in Betrieben – von
Leistungsträgern schwadroniert wird; gerne bezeichnen Personalchefs
ihre Leitenden Angestellten oder sich selbst so. Anderswo bieten Banker
in der Werbung für ihr Abzocker-Institut lauthals Leistung aus
Leidenschaft an. Von welcher Leistung ist da die Rede? Von der Gabe
sich mit den Arbeitsergebnissen anderer Leute zu brüsten? Es tut mir
leid, ich halte Efeu zwar für eine hübsch anzusehende Pflanze, aber der
Baum den es erdrückt gefällt mir besser.

So lange wir es uns noch leisten all die Abstauber durchzufüttern,
müssen wir es uns wohl gefallen lassen, dass der Efeu sich für den Baum
ausgeben kann und weiter wuchert. Das nennt sich dann Wirtschafts-
Wachstum… und es ist genauso schädlich wie der Efeu. Im Namen dieses
Wachstums werden nämlich alle Ressourcen dieser Welt rücksichtslos
ausgebeutet… natürlich nicht von den Leistungsträgern, sondern von
denjenigen, deren Arbeitsergebnisse man sich aneignet. Dabei achten
die Leistungsträger (das kommt wohl von Arbeit anderer wegschleppen)
sehr fein darauf, dass die Anderen für ihre Arbeit nicht allzu viel
bekommen, damit diese ja nicht in der Lage sind, irgendetwas zu
schonen… sich nicht, die Umwelt nicht und auch nicht ihresgleichen.

Das kann man in anderen Weltgegenden – in denen sie noch nicht
dieses feine Verschleierungssystem gebrauchen wie es hierzulande
benutzt wird – sehr schön beobachten; z.B. in Brasilien. Dort ist, einmal
mehr, mitten im Dschungel das Goldfieber ausgebrochen. Der
Goldgewinnung wird alles – aber auch wirklich alles – geopfert. Die
Garimpeiros (also die Goldgräber Brasiliens) richten enorme Schäden an,
wenn sie z.B. zum Auswaschen des Goldes Quecksilber in großen
Mengen verwenden. Diese gelangt nicht nur in die Böden bzw. das
Grundwasser und führt zu einer großflächigen Verseuchung des
Amazonasgebiets, es gelangt auch in sie selbst und führt zu
unglaublichen Quecksilber-Vergiftungen (Folge: Siechtum,
Persönlichkeitsverlust, Tot). Reich werden dabei natürlich nur die
Leistungsträger.

* * *
Das Buch von Marcal Aquino (MA), um das es in dieser Besprechung
gehen soll, kommt mit einem etwas sperrigen Titel daher: „Flieh. Und
nimm die Dame mit“. Wie sich meine Leserinnen und Leser sicher schon
denken, handelt es sich um ein Werk der Lateinamerikanischen Literatur;
genauer gesagt, der zeitgenössischen brasilianischen Literatur. Wie nun
schon in einer ganzen Reihe meiner Besprechungen, handelt es sich bei
diesem Werk um ein Stück Kriminalliteratur, besser gesagt, um ein
Kriminaldrama (wie es der Autor selbst bezeichnet). Wie ich in einigen
jüngeren Besprechungen schon beschrieb, benutzen
Lateinamerikanische Autoren in den letzten Jahren gerne das Genre des
Kriminalromans, um ihn sozusagen als Vehikel der eigentlichen Botschaft
zu gebrauchen. Der Autor dieses Werkes scheint (nicht nur theoretisch)
mit dieser Art Literatur auch sehr vertraut; nicht umsonst arbeitete er
einige Zeit als Polizeireporter in Sao Paulo/Brasilien.

Gerade in Lateinamerika hat sich in den letzten Jahren eine Art Krimi-
Literatur herausgebildet, die mehr sein will, die mehr sein muss. Die
Autoren einfach als Kriminalschriftsteller zu bezeichnen, greift bei weitem
zu kurz, denn diese Autoren wollen – ganz in der engagierten Tradition
der Lateinamerikanischen Literatur – auf die aktuelle Wirklichkeit
verbessernd einwirken. Als Beispiele können hier Leonardo Padua,
Ramon Diaz-Eterovic oder Pablo de Santis (alle hier bei Ciao vorgestellt)
genannt werden. In dem sie ihre Sicht der Dinge, ihre Analysen und
Lösungsansätze in die populäre Form des Kriminalromans bringen,
versuchen sie einem breiteren Publikum die Wahrheiten hinter den
Fassaden der Wirklichkeit näher zu bringen.

Offenbar muss ich mich langsam von meiner Aussage distanzieren, dass
ich im Allgemeinen nicht eben der fleißigste Krimileser sei, da sich diese
Form des Geschichten-Erzählens mehr und mehr in der aktuellen
Lateinamerikanischen Literatur ausbreitet und ich als Leser
zeitgenössischer Werke dieser Weltgegend, mittlerweile also öfter Krimis
lese. Aber die Neueren Lateinamerikanischen Autoren repetieren nicht
einfach die gängigen Krimiklischees, sondern sie machen aus dieser Form
ebenso anspruchsvolle Literatur, wie sie mir seit jeher in den wichtigen
Werken Lateinamerikanischer Literatur vor die äußeren und inneren
Augen trat. Der hier erstmalig vorzustellende Autor ist hierin keine
Ausnahme.

* * *

Leider kann ich den Autor hier nicht in der üblichen Weise vorstellen, da
es mir nicht möglich war, detaillierte biographische Daten in Erfahrung zu
bringen, die eine auf das Werk verweisende Vorstellung möglich machen
würde. Nichts desto trotz zeigt sich gerade bei diesem Autor erneut,
dass für das Verstehen seines Werkes, ein Blick auf seine Biographie
lohnenswert ist und möchte ich das Wenige zur Kenntnis geben:
Marçal Aquino wurde 1958 in São Paulo/Brasilien geboren. Weder über
seine Herkunft noch über seine Schulzeit konnte ich etwas Genaues in
Erfahrung bringen. Die wenigen Stichworte jedoch erlauben einen kurzen
Blick auf die Umgebung, die gesellschaftlichen, politischen und sozialen
Verhältnisse und wenn an dem Satz „Das Sein bestimmt das
Bewusstsein“ etwas richtig sein sollte, dann erfahren wir auch etwas
über MA.

Die Demokratie in Brasilien lag (wieder einmal) in den letzten Zügen und
bald nach der Geburt des Autors, putschte das Militär. Die politischen
Verhältnisse waren von der (auch gewaltsamen) Unterdrückung der
linken Opposition, der generellen Einschränkung der Bürgerrechte und
einer Zentralisierung der Macht auf den sog. Präsidenten Humberto
Castelo Branco geprägt. Hauptsächlich das Jahr 1968 stand im Zeichen
von Studentenunruhen und Streiks. Das Militärregime reagierte repressiv
mit sog. politischen Säuberungsaktionen und Zensur. In Sao Paulo führte
der Protest gegen die hohe Inflation Anfang der 1960er Jahre zur
politischen Mobilisierung der Arbeiter, Bauern und Studenten. Diese
Allianz begannen ihre politischen Rechte einzufordern, was letztlich auch
als Begründung zur Übernahme der Macht durch die Militärs im Jahre
1964 diente.

Es waren also unruhige Zeiten, in denen MA aufwuchs… und diese Zeiten
sollten bis 1985 dauern. Gleichzeitig sollte Sao Paulo zur Boomtown
werden. Die Militärs pumpten horrende Summen staatlichen Geldes in
den Aufbau einer neuen Infrastruktur um ausländische Investoren
anzulocken. Die kamen auch so sicher wie Fliegen auf ein Stück Aas (so
sind sie eben die Leistungsträger). Mit jährlichen Wachstumsraten von
rund zwölf Prozent Anfang der 1970er Jahre wurde Sao Paulo zu einem
Moloch (u.a. zur größten Deutschen Industriestadt außerhalb
Deutschlands). Diese ökonomische Entwicklung geschah aber ohne
jegliche politische Partizipation der Bevölkerung und ohne eine gerechte
Verteilung des Reichtums. Das Ergebnis dieser Veränderung war, dass
eine zahlenmäßig kleine Schicht über eine sehr große Kaufkraft verfügte
und mit ihrem Einfluss in Politik und Wirtschaft die elitären und
autoritären Strukturen in der Gesellschaft verstärkte.

Die zu dieser Zeit fehlende demokratische Kontrolle des Staates führte
zu großen Mängeln, Niedriglöhnen und Korruption in der Qualität und
Verteilung staatlicher Sozialleistungen, im öffentlichen Wohnungsbau, im
Verkehr, den sanitären Anlagen und in den Bildungseinrichtungen…

Dennoch gelang es MA unter diesen Bedingungen seine Schulbildung
abzuschließen und ein Studium der Journalistik zu absolvieren. Als
Journalist versuchte er wohl Anfang der 1980er Jahre Arbeit zu finden.
São Paulo war in dieser Zeit Schauplatz machtvoller Streiks und
Demonstrationen der Arbeiter (Gründungsort der Arbeiterpartei PT 1980
und des sehr aktiven Gewerkschaftsdachverbandes CUT 1983). Diese
Streiks und Demonstrationen, trotz der Repression des Militärs,
erschütterten ganz Brasilien und brachten schließlich die Militärdiktatur
zum Wanken; 1985, wurden – inmitten einer Wirtschaftskrise mit
galoppierender Inflation – freie Wahlen zugelassen.

MA arbeitete derweil als Journalist; immer mitten in den Brennpunkten
(auch, wie schon gesagt, als Polizeireporter). Nebenbei begann MA
literarisch zu schreiben und versuchte sich an Kinderbüchern, Romanen
und Drehbüchern. Der Autor gibt zu Protokoll: Ich glaube, dass meine
Tätigkeit im Journalismus, insbesondere meine Arbeit als Polizeireporter,
meine Art des Schreibens besonders stark beeinflusst hat; mehr noch –
sie hat ganz entscheidend die Art meiner Literatur geprägt: das
Kriminaldrama, das die Realität beschreiben will.

Heute ist MA in Brasilien einer der populärsten Autoren. Sein Werk wurde
mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet. Seit den 1990er
Jahren arbeitet er intensiv mit dem Filmregisseur Beto Brant zusammen,
der drei seiner Texte verfilmt hat. Die letzte Verfilmung, O invasor (The
Invader), wurde 2002 auf der Berlinale gezeigt, kam 2003 in die Kinos
und erhielt einen Preis beim Sundance Film Festival in den USA.

* * *

Vordergründig erzählt MA eine Liebesgeschichte zwischen dem
Fotografen Cauby (Mitte Vierzig) und einer beträchtlich jüngeren,
mysteriösen Frau namens Lavínia. Cauby ist Journalist und kommt aus
Sao Paulo (und der Gedanke liegt nicht allzu fern, dass MA in dieser
Geschichte auch autobiographische Aspekte verarbeitete). Eine
Recherche über Prostituierte führt den Journalisten in eine düstere
Goldgräberstadt im Norden Brasiliens, wo er Zeuge der zunehmenden
Spannungen zwischen Arbeitern und der Bergwerksgesellschaft wird.

Wie es sich für ein Werk dieser Gattung gehört, treten in dieser
Geschichte einige seltsame Gestalten auf. Ganz im Sinne meiner
Einleitung sind die gebräuchlichen Beschreibungen der Personen nur
Etiketten: Ein erfolgreicher Photograph und Geschäftsmann, der aber
Päderast war (bevor er brutal ermordet wurde); ein dichtender,
kultivierter Zeitungsmacher, der aber von der Bergwerksgesellschaft
gekauft war (bevor er jämmerlich stirbt), ein knallhart erscheinender
Polizist, der aber in Wirklichkeit ein empfindsamer Geist ist, ein ehrbarer
Fernsehprediger, der aus seinem Glauben ein Geschäft macht, ein
berüchtigter Berufskiller, der aber offenbar dennoch ein Ehrenmann ist.

Cauby ist das was man einen Abenteurer nennen könnte und er verliebt
sich abgrundtief in Lavinia, die anscheinend voller Geheimnisse steckt.
Sie löst damit in dem Journalisten eine veränderte Sicht auf die Welt um
ihn herum aus. Die manchmal verängstigt und verletzlich wirkende,
manchmal ihre verführerischen Reize ausspielende Lavinia ist (natürlich)
verheiratet – mit eben jenem oben genannten, beträchtlich älteren,
Prediger. Das Geheimnis Lavinias ist aber eigentlich keines – schwer von
ihrem Leben traumatisiert, ist sie schizoid.

Beide sind eigentlich Fremde in dieser Umgebung und sie stehen
dementsprechend irgendwie immer unter Beobachtung der
Einheimischen; was ihre Beziehung zusätzlich kompliziert. Die Stadt ist
gewalttätig und schmutzig, Verbrechen offenbar an der Tagesordnung;
als z.B. der Päderast brutal ermordet wird und der Mörder von der Polizei
gefasst wird, zwingt quasi ein Mob die Polizei ihn frei zu lassen… weil das
schließlich jeder getan hätte (und wahrscheinlich Schlimmeres als ihn nur
zu ermorden).

Cauby wollte eigentlich nicht lange in dieser Stadt bleiben; er hat keine
regelmäßige Arbeit und bald geht ihm das Geld aus. Irgendwann wird
Cauby auch die aufregende und komplizierte Beziehung zuviel und will
sich von Lavinia trennen, doch er wird in einen Mordfall verwickelt und
alles kommt ganz anders und es zahlt sich aus, dass er dem Killer einmal
einen Gefallen tat…

* * *

Im Hintergrund der berührenden Liebesgeschichte vermittelt MA die
politischen und sozialen Konflikte in der Goldgräberstadt und es will mir
scheinen, dass es ihm darüber hinaus auch darum geht, etwas
Allgemeines zur modernen kapitalistischen Gesellschaft zu sagen;
jedenfalls lese ich es so. Eingebettet in die Handlung sind nämlich etliche
Rückblenden zum früheren Leben der Protagonisten, aus denen hervor
geht, was die sozialen Verhältnisse aus den Menschen machen können;
und dabei spielt es keine Rolle, ob diese Verhältnisse in der ominösen
Goldgräberstadt, in Sao Paulo oder sonst wo auf der Welt herrschen.

AM vermittelt – so ganz nebenbei – auch die Spannungen der
Minenarbeiter, der Gewerkschaften und der Minengesellschaft, die in der
Goldgräberstadt das Sagen hat und ihre Profite sichern will. Diese
Spannungen entladen sich schließlich gewaltsam. AM beschreibt eine
brutale Gesellschaft, in der jeder ums Überleben kämpfen muss; selbst
wenn er weiß, dass das Leben an einem solchen Ort es nicht wirklich
wert ist; und auch ein Menschenleben ist nicht viel mehr wert.

Wie nebenbei eingestreut wird auch auf die Situation der Ureinwohner
Amazoniens eingegangen. Ihr Stammesgebiet wird von der fremden, wild
wuchernden Goldgräberstadt quasi eingeschlossen und ihre normale
Lebensweise ist plötzlich das Fremde. Sie werden dafür sogar bestraft…
nach den Regeln derer, die ihnen alles abgenommen haben. Auch wenn
ich der Einzige sein sollte der das so liest, entdecke ich darin eine
Metapher für das was das System mit allen Menschen zu machen
imstande ist.

Außerdem spielt in diesem Roman ein Buch eine große Rolle: Die
Philosophie der Liebe, ein Werk eines gewissen Benjamin Schianberg.
Der Tenor des Werks: Liebe führt unweigerlich in die Katastrophe. Cauby
versucht mit Professor Schianbergs Aphorismen über die Liebe, seine
Leidenschaft für Lavinia zu verstehen. Und schließlich wird ihm klar, dass
Liebe nicht zu verstehen ist, denn sie muss durchlebt werden. Das Buch
im Buch ist quasi ein Contrapunkt, der den Roman davor bewahr, auf
dem Stand einer schwülstigen Liebesgeschichte zu verharren.

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass es – wie es sich für eine
moderne Liebesgeschichte gehört – auch sexuell ganz schön deftig
zugeht. Dabei geraten AM die entsprechenden Passagen wirklich auch
erotisch im Sinne des Wortes; erotisch ist, was umschrieben, was nicht
offenbar dargelegt wird… alles andere wäre Porno und das hat seinen
Platz in schmuddeligen Filmchen und nicht in einem anspruchsvollen
Roman.

* * *

Für mich ist dieses Kriminaldrama ein äußerst gelungenes vielschichtiges
Werk, das wirklich lesenswert ist. Dicht und ironisch erzählt MA, vor dem
Hintergrund eines gewalttätigen und brutalen Ortes, die Geschichte von
Cauby und Lavinia. Dass aus der Story ein vielschichtiger Roman wurde
liegt daran, dass MA die Story virtuos und spannend geschrieben hat.

Dabei bürstet MA mit seiner Erzählweise etwas gegen den
Lesegewohnheitsstrich; was das lesen des Werkes durchaus auch
anspruchsvoll macht. Im gesamten Roman gibt es keinen direkten Dialog,
sondern das was zwischen den Protagonisten gesprochen wird, wird von
Cauby wiedergegeben; der als Ich-Erzähler auch die Handlung erzählt
und seine Gedanken dazu äußert. Er ist es auch, der – teils aus der Sicht
der Betroffenen – über die Vergangenheiten der einzelnen Figuren
berichtet.

Viele der Szenen in Roman könnten leicht für ein Drehbuch verwendet
werden; womit ich aber nicht sagen möchte, dass der Roman darauf
angelegt wäre verfilmt zu werden oder gar drehbuchartig wäre. MA gibt
selbst zu Protokoll, dass er sich in erster Linie als Schriftsteller sieht und
die anderen Felder auf denen er arbeitet (Journalismus, Drehbücher für
Film und Fernsehen) als Zugabe betrachtet. Die visuelle Komponente in
seinem Werk bezeichnet er als eine weitere Charakteristik seiner
literarischen Tätigkeit, während er arbeitet.

In Brasilien gehört der Schriftsteller MA längst zu den renommiertesten
Autoren der Gegenwart. Es ist nun das Verdienst meiner sehr
geschätzten Büchergilde, dass einer seiner Romane in Deutscher
Sprache in der Büchergilden-Reihe Weltlese erschien; von der die
Frankfurter Rundschau schrieb: " … eine Nachhilfestunde in Sachen
Weltliteratur“. Nun, ich persönlich brauche keine Nachhilfestunde um
drauf zu kommen, dass es in der Lateinamerikanischen Literatur
Weltliteratur zu entdecken gibt. Und ich halte diesen Autor und diesen
Roman in der Tat für eine Entdeckung.

Wilfried John

Flieh. Und nimm die Dame mit
Marcal Aquino
272 Seiten – Gebundenes Buch
Verlag: Edition Büchergilde – Aus Sept. 2009
ISBN: 3-9401-1160-0
19,90 €uro
Ich bin 54 Jahre alt, lebe und arbeite als freier Autor
und freiberuflicher Referent für Arbeits- und Sozialrecht,
Arbeitsschutz und Betriebsverfassung, in Worms/Rhein,
bin sozial engagiert, Mitglied der IG Metall sowie
Mitglied bei Greenpeace und Amnesty International.
Literatur ist für mich nicht nur Unterhaltung oder
zweckfreie Kunst – Literatur ist auch politische Aktion
und die Suche nach dem Leser als Komplizen. Als Autor
schreibe ich hauptsächlich moderne Lyrik... und als
monatliche Veröffentlichung Rezensionen von Werken
der Lateinamerikanischen Literatur (Spezialgebiet:
Karibische Literatur). Meine Favoriten bilden mein
Interesse an der Literatur dieser Weltgegend ab:
Eduardo Geleano - politische und historische Schriften;
Gabriel Garcia Marquez - journalistische Präzision und
Magischer Realismus; Julio Cortazar - Hohe (Wort)Kunst
und skeptische Lebensfreude.
     PM   Buddy hinzufügen Copy Quote
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