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Thema: Gemeinde Wagenhausen *** Der Riesenchlapf vom 17. Juni 1944
peter (offline)
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Mitglied seit: 21.11.2007

Schweiz
icon1   Gemeinde Wagenhausen *** Der Riesenchlapf vom 17. Juni 1944 #1 Datum: 07.07.2012, 20:47  

Der Riesenchlapf
im Dschungel von Wagenhausen

Am Samstag wurde in Wagenhausen jener Männer gedacht die hier ihr
Leben liessen. Es handelte sich um ein grosses Unglück mit Streuminen.


Es war eine besondere Feier die am Samstag im Gebiet „Sepling“ in
Wagenhausen durchgeführt wurde. Organisiert wurde sie vom
Hauptmann a D Ueli Dubs, Leiter des „Alte Krieger Füsilier Bataillon 160“.
Fast am Fusse der Eisenbahnbrücke, die die Bahnhöfe Ramsen und
Etzwilen verbindet und früher sehr wichtig war, gedachte man zehn
Männern die 1942 hier ihr Leben liessen.

Zum Teil waren unter den Gästen Nachkommen auszumachen. So von
Wachtmeister Ernst Beuggert der im Alter von 38 Jahren sein Leben
verlor. Aber auch Schulkammeraden. „Ich bin mit einem der Opfer, mit
Georg Wenger aus Stein am Rhein, Jahrgang 1909, zur Schule
gegangen“ erwähnte Oberst aD Fritz Mummenthaler aus Diessenhofen.

Zu den ersten Helfern gehörte, laut Zeitzeuge Ulrich Forster, Dr. Ambühl.
Er habe schreckliches berichtet. An vielen Orten habe man was gefunden.
Aber man durfte nichts verraten. Dabei habe es einen „Chlapf“gegeben
den er auch an seinem Wohnort Schlattingen hörte.

Er wäre 20 Jahre alt geworden

Am 6. Juni 1944 landeten die Amerikaner in der Normandie. In der
Schweizer Armee wurde erhöhte Bereitschaft ausgegeben. Auch in
Hemishofen, wo es die Aufgabe der Soldaten war, die Eisenbahnbrücke
zu sprengen. Hier wurden auch Streuminen ausgelegt. Es handelt sich um
Minen die bei einem Druck von 12 Kilo explodieren.

Sie wurden ausgelegt falls die Brücke bei einer Feindbenützung nicht in
die Luft fliegt. Am 16. Juni die Entwarnung. Die Minen wurden in die
Baracken zurück gebracht.

Am 17. Juni Punkt elf Uhr der grosse Knall. Heute geht man davon aus,
dass eine der Minen nicht gesichert war. Es gab einen dermassen
ungeheuren „Chlapf“ dass selbst in Hemishofen, auf der anderen
Rheinseite, Fenster zu Bruch gingen.

Man spricht auch davon, dass zwei Minen explodierten. Es knallte zu
jener Zeit als Soldaten eintrafen um ihre Kammeraden abzulösen. Einige,
darunter auch solche die sich in der Baracke aufhielten, wurden leicht,
andere schwer oder tödlich verletzt. Darunter Willy Dünnenberger. Nach
Angaben von Nachbarin Erika Thrüb habe er in Wagenhausen gewohnt.
Er wäre 1944 zwanzig Jahre alt geworden.

Wegen Kindern kein Böllerschuss

Nach dem Einzug der Tambouren und der Thurgauer Landsknechte war
es Oberst aD Robert Rufli der an das Geschehen und an die Zeit des
kalten Krieges erinnerte. Dann war es Brigadier aD Peter Arbenz der beim
Gedenkstein einen Kranz niederlegte. In einer kurzen spontanen
Ansprache erwähnte er unter anderem, dass ihn die Feier bewege.

Andererseits bedauert er, dass die Grenzbrigade aufgelöst wurde. Jetzt
stehe man vor der Tatsache, dass Grenzer wieder mehr kontrollieren
müssen. Dann wurde „Ich hatt einen Kammeraden“ gesungen. Auf den
Schuss aus der Kanone wurde verzichtet. Man nahm auf die Kinder
Rücksicht.

Die Fahne aus Sydney

Die Feier fand auf einem gepflegten Platz mitten im „Dschungel“ statt.
Gepflegt wird er von der Gemeinde Wagenhausen. Im Verlaufe des
letzten Jahres wurde er von Vandalen verwüstet. Im Zentrum der Feier
eine 8 mal 8 Meter grosse Fahne. Sie wurde eingeflogen. Kurz zuvor hing
sie im Swiss-Hotel in Sydney.

Ihr Flug dauerte länger als geplant, denn sie landete nicht in Zürich
sondern in London. Dubs dankte auch Nachbarin Erika Trüb. Bis zur
Auflösung der Brigade hatten die Soldaten immer wieder die Möglichkeit
bei ihnen im Heu zu übernachten.


Peter Sprig (psp)
© Text und Fotos von Peter Sprig



Einzug der Tambouren und der Landsknechte in Richtung Gedenkstätte


Hptm aD Ueli Dubs bei der Begrüssung der Kammeraden und der Gäste


Oberst aD Robert Rufli bei seinen Gedanken über den kalten Krieg


Brigadier aD Peter Arbenz salutiert nach der Kranzniederlegung der toten Soldaten


Sie sind sich der Würde des Anlasses bewusst


Das gemütliche Zusammensein danach und im Schutze der Schweizerfahne (1)


Das gemütliche Zusammensein danach und im Schutze der Schweizerfahne (2)






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