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Thema: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3)

icon1 Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 27.08.2008, 14:52
Wilfried John (Silber Super-Member)
3. Lösungen
Mittelfristige Maßnahmen


3.1 Kurze Sicht

Energiesparen ist kein Zweck an sich, sondern verfolgt Ziele die im
Kontext einer nachhaltigen Energieversorgung stehen; z.B. endliche
Ressourcen schonen, das Klima und die Umwelt schützen, Kosten
einsparen, Energieabhängigkeit vom Ausland verringern und schließlich
die Konflikte um Ressourcen vermeiden.


Natürlich wird das ohne Investitionen nicht gehen und Zeit in Anspruch
nehmen. Aber auch hier gilt es, schnellstmöglich zu beginnen. Schon in
den nächsten zwei Jahren könnte ein nicht unwesentlicher Beitrag
geleistet werden.

Dabei könnte eine Idee helfen, die – ebenso unspektakulär wie erprobt –
vor zwei Jahren sogar einen Nobelpreis erhalten hat; die allerdings, da
übergeordnete gesellschaftliche Interessen berührt sind, modifiziert
werden muss: Extrem zinsgünstige oder besser sogar zinslose
Mikrokredite.

Damit sich jeder den Umstieg auch leisten kann; müssten diese Kredite
vom Staat (z.B. der KfW-Bank) ausgegeben werden und müssen
zweckgebunden zur Anschaffung besserer Heiztechnik, Wärmedämmung
und energieeffizienterer Elektrogeräte (außer Unterhaltungselektronik)
genutzt werden.

Die Rückzahlung erfolgt mit ca. 50% der Einsparungen, die anderen 50%
des Einsparungsbetrags wird an die Beschaffung von regenerativer
Energie gebunden. Dasselbe gilt für die Sanierung von Heizanlagen; der
Energieaufwand für Raumwärme sowie für Warmwasserbereitung in
Wohngebäuden in der BRD beträgt ca. 14% bis 15% des gesamten
Primärenergieträgereinsatzes, die Einsparungsmöglichkeiten in den
Privathaushalten werden von Fachleuten auf bis zu 40% des derzeitigen
Aufwands geschätzt.

Unsinnige Energiefresser z.B. sog. portable Klimageräte mit geringem
Nutzwert und Effizienzgrad, sollten ganz verboten werden.

Das alte Prinzip, dass zunächst Geld in die Hand genommen werden
muss, um Geld zu sparen, wird hier offensichtlich; aber ist sinnvoll für
Kosten und Umwelt. Das Argument, dass das alles (auf Grund der 3%-
Regelungen im EU-Stabilitäts-Pakts), die Staatsverschuldung über die
3%-Marke hochtreibt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Aber das ist auch ein Argument, diesen sog. Stabilitäts-Pakt auf seine
Sinnhaftigkeit zu hinterfragen. Er wurde angeblich beschlossen, um den
Euro zu schützen und ihn so „hart“ zu machen wie die D-Mark… In
Wirklichkeit ist der Schutz vor Inflation nicht anderes, als die Vermögen
der Kapitalisten zu konservieren; nichts ist für sie schlimmer, als
morgens aufzuwachen und zu sehen, dass bei 3% Inflation aus einer
Milliarde, 997.000.000 Millionen geworden sind.

Der Pakt ist auch ein Trick der Neoliberalisten, staatliches Handeln
wirkungslos zu machen; wenn der Staat kein Geld für solche Programme
ausgeben kann. Deswegen muss der Pakt, mindestens im Sinne der
Wiedererlangung staatlicher Handlungsfähigkeit, modifiziert werden.

3.2 Mittlere Sicht

Die Oben als Teil des Begriffes Energiesparen beschriebene
Effizienzstrategie, könnte schon mittelfristig wirksam werden, wenn der
Staat seine unsinnige Subventionspolitik ändert. Anstatt (fast) alles
verfügbare Geld in Großtechnologie zu stecken, sollten vorhandene und
bereits erfolgreich eingesetzte Technologie gefördert werden.

Wir könnten die Primärenergieträger viel besser ausnutzen, wenn wir sie
nicht einfach verbrennen würden, sondern damit in Kraft-Wärmekopplungs-
Anlagen (KWK-Anlagen) Strom erzeugen (ca.30%-40% Wirkungsgrad ist
realistisch) und dann mit dem Strom Wärmepumpen betreiben. Auf diese
Weise sollte sich der Primärenergiebedarf für Heizwärme auf ca. 50 %
absenken lassen.

Auch hierfür muss staatlicherseits Geld, zinslos kreditiert, zur Verfügung
gestellt werden.

Die heimische Kohle ist noch in einer Größenordnung verfügbar, die mehr
als ausreichen würde, die Zeit bis zu einem völligen Wechsel auf
regenerative Energien zu überbrücken oder bis alternative Treibstoffe in
ausreichender Menge (z.B. Wasserstoff) und die dazugehörige
Infrastruktur zur Verfügung steht.

Darum muss mit den unsinnigen Zechenschließungen endlich Schluss sein
und die Kohle in Verflüssigungsanlagen in Treibstoff umgewandelt
werden. Das bei der Kohleverflüssigung anfallende synthetische Methan,
kann zudem für die Substituierung von Erdgas genutzt werden.

Die dazu notwendigen Verfahren sind lange bekannt und müssten nur
überarbeitet und auf den neuesten technologischen Stand gebracht
werden. Die Kraftstofferzeugung aus Kohle war nach dem 2. Weltkrieg
unrentabel geworden, da sich das billige und in ausreichender Menge zur
Verfügung stehende Öl durch einfaches destillieren sehr viel einfacher zu
Treibstoff verarbeiten ließ.


Prinzip der Kohleverflüssigung

Mit steigendem Ölpreis sollten Hydrierwerke aber wieder rentabel
werden und Kohle haben wir, wie gesagt, noch genug. Die Deutsche
Bank hat in einer Studie zur Kohle veröffentlicht, dass derzeit in den USA
und China an der Kohleverflüssigung intensiv gearbeitet wird und man
von einer Rentabilität ab einem Preis von 30 $ pro Barrel Rohöl ausgeht
(derzeit über 100 $/Barrel)

Siehe Kohlestudie der Deutschen Bank unter
http://www.dbresearch.com/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000204805.pdf).

3.3 Längere Sicht

Auf längere Sicht müssen z.B. die Bauvorschriften dahingehend geändert
werden, dass entweder nur noch Nullenergie-Häuser oder Energieaktive
Häuser gebaut werden; nur Energie einzusparen ist nicht genug.

Es ist heute bautechnisch und technologisch kein Problem mehr,
Gebäude zu erstellen, die wesentlich mehr Energie erzeugen als sie,
selbst bei intensiver Nutzung, verbrauchen: Die Schlüsseltechnologie ist
die heute schon sehr ausgereifte Solartechnik.

Mit Hilfe der Solartechnik lässt sich die Sonnenenergie auf verschiedene
Arten nutzen: Sonnenkollektoren (sog. Solarthermie erzeugt Wärme und
Hitze - Heizung), Solarzellen (sog. Photovoltaik erzeugt elektrischen
Gleichstrom), Sonnenwärmekraftwerke (erzeugen mit Hilfe von Hitze
Wasserdampf und dessen Hilfe elektrischen Strom).

Die Nutzung der Sonnenenergie wird schon in vielen Ländern gefördert,
in der BRD z.B. durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das muss
aber, in 3.1 schon beschriebener Weise, verbessert werden und
langfristig könnte sich ein solches Haus auch als Einkommensquelle
entwickeln.

http://umwelt.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,2394863,00.html?dr=1

Überhaupt ist die Energieversorgung so weit wie möglich zu dezentralisieren.
Die Nutzung der Sonnenenergie bietet dazu eine ideale Möglichkeit.
Deswegen muss auch die Nachrüstung bestehender Gebäude gefördert
werden. Die Sonnenenergie ist die sauberste und widerstandslos
einzusetzende Energie (Windkraft ist wegen angeblicher Verschandelung
der Landschaft umstrittener).

Als Vorteile der photovoltaischen oder thermischen Nutzung von
Sonnenenergie sind folgende Punkte von herausragender Bedeutung:
Sie ist im Gegensatz zu fossilen Energieträgern oder radioaktiven
Brennstoffen unbegrenzt verfügbar und es kommt zu keiner Freisetzung
von Feinstaub (wie z. B. Russpartikeln), Radioaktivität oder CO2.

Hinsichtlich der Stromerzeugung durch viele kleine Photovoltaik-Anlagen
statt durch Großkraftwerke werden weiter folgende Vorteile gesehen:

1. Energieverluste durch Übertragung und
Verteilung werden reduziert (übliche Wechselstrom-Hochspannungstrassen
verursachen ca. 14 % Leistungsverlust).

2. Kosteneinsparungen aufgrund des Umstands,
dass die Kosten der Weiterleitung und Verteilung zentral erzeugter
Elektrizität etwa so hoch sind wie die Kosten der Energieerzeugung
selbst.

3. Wegfall von eventuellen Preiskartellen großer
Energieerzeuger, was zu freier Preisbildung und damit niedrigeren
Energiepreisen führen würde.

4. Wegfall der Notwendigkeit großer
Reservekapazitäten. Zentrale Großanlagen erfordern diese, um bei
Betriebsstörungen einzelner Anlagen großflächige Stromausfälle zu
vermeiden. Diese Reserve beträgt für Deutschland im Moment ca. 40 %.
Diese Kapazität müsste nicht mehr bereitgehalten werden, da eine
Vielzahl kleinerer und dezentraler Energieerzeuger das Ausfallrisiko
einzelner Anlagen abfedern würde.

5. Reduzierung energiepolitischer Abhängigkeiten
von möglichen Krisenherden und internationalen Konflikten, wie etwa in
der Nahostregion.

Bei der Elektroenergieerzeugung wären wir in der Lage, ca. 60% der
derzeitigen Produktion aus Windkraft zu erzeugen, wenn wir das sinnvoll
technisch nutzbare Windpotential der BRD voll ausschöpfen. Dies
erfordert allerdings den durchgehenden Einsatz der modernsten
Technologie (Repowering auf 5 MW-Anlagen mit einer Nabenhöhe von
100m und einem Durchmesser von 150 m am besten in sog.
Offshorewindparks in Nord- und Ostsee).


Offshore-Windpark

Außerdem müssen die Übertragungsnetze entsprechend für die
Windenergie ausgebaut werden. Des Weiteren müssen die vier
unterschiedlichen, in Deutschland existierenden Netze (EON, EnBW, RWE
und Vattenfall) zu einem Netz (wieder in Staatsbesitz) zusammen
geschaltet werden, um die ungleichmäßige Windstromerzeugung über
ein möglichst großes Netz zu mitteln.

Mit dieser Windenergie könnte der gesamte, auf der Basis fossiler
Brennstoffe erzeugte Strom der BRD ersetzt werden. Da wir zusätzlich
11% der derzeit verbrauchten Elektroenergie ersatzlos einsparen
können (8 Punkte Plan der Bundesregierung

www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3235.pdf )

und für die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen selber auch noch
einmal 12% des derzeit erzeugten Stromes verbraucht werden, sollten
sich damit gleichzeitig 80% des derzeit erzeugten Atomstroms ablösen
lassen. D. h., wir können zusätzlich die AKWs planmäßig abschalten, wie
es beschlossen ist.

Allerdings wird man wahrscheinlich die Steuerung der Netze ändern
müssen und von der derzeitigen Steuerung allein nach der Last zu einem
Lastmanagement übergehen müssen.

Lastmanagement bedeutet, das Verbraucher, die zwar Elektroenergie
benötigen, aber nicht zeitkritisch sind, z.B. Kühlhäuser, in Spitzenzeiten
abgeschaltet bzw. mit reduzierter Leistung betrieben und dann bei
genügendem Stromangebot wieder zugeschaltet werden, um Erzeugung
und Verbrauch aufeinander abzustimmen.

Derzeit geschieht diese Anpassung nur durch hoch- und runterfahren der
Kraftwerke, da früher, als unsere Elektrizitätsnetze prinzipiell konzipiert
wurden, eine andere Steuerung technisch nicht möglich war.

Einzig mögliche Lastmanagementansätze waren damals Pumpspeicherwerke,
die in Schwachlastzeiten als Verbraucher und in Spitzenzeiten als
Kraftwerke zugeschaltet werden, und Nachtstromverbraucher,
zugeschaltet per Schaltuhr.

Heute existieren hier mit Computern und moderner Informationsübertragungs-
und Steuertechnik ganz andere Möglichkeiten. Dies sollte aber dank
neuer Informations-, Steuer- und Regeltechnik kein unüberwindbares
Problem sein. Die freiwerdenden fossilen Brennstoffe (Kohle, Öl und Gas)
müssen wir einsparen bzw. zur Substitution von nicht mehr günstig
verfügbarem Öl und Gas nutzen.

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icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 27.08.2008, 15:18
kapverd (Gold Super-Member)
Hallo Wilfried, und der ganze Spektakel wird natürlich über die fossile
Energie und die Kernenergie installiert, kreditiert und bereitgestellt.

Die Finanzmittel hierzu werden natürlich aus fossileer Energie und
Kernenergie generiert. Die Windmühlen werden natürlich aus
konventionellen Werkstoffen hergestellt.

All dieses ist nichts Neues, ich lese es seit mindestens 20 Jahren
regelmäßig. Bereits die dezentrale Energierzeugung mit Kraft-
Wärmekoppelungen dürfte flächendeckend aufgrund des immensen
Materialeinsatzes nicht möglich sein.

Und die Nullenergiehäuser? Die gibt es überhaupt nicht. Die haben
nämlich alle in ihren Wärmetauschern ganz klein und sehr verdeckt,
fast unsichtbar, elektrische Heizstäbchen sitzen.
Wenns mal kalt werden sollte.

icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 27.08.2008, 16:24
Zaungast (Bronce Super-Member)
Wenn ich mich so übers Internet klug mache, scheint mir beinahe
die Logik von kapverd am Plausibelsten! Oder wird hier mit dem
"Zahlenmaterial auch getürkt"?

Bemerkenswert finde ich diesen Artikel! (Man beachte die Frage zum
Schluss!)


Ohne Energie - keine Zivilisation

Dieser Satz ist eine Binsenweisheit. Die gegenwärtige Zivilisation ist nur
funktionsfähig, wenn täglich 80 Millionen Barrel Rohöl gefördert und
verbraucht werden! Der Energiebedarf wird heute zu 90 Prozent aus
fossilen Brennstoffen gedeckt.

Alle zivilisatorischen Errungenschaften (Wohnung, Ernährung, Heizung,
Shopping, Industrieproduktion, Auto, Fernsehen, Computer ...) sind total
von der permanenten Verfügbarkeit (billiger) Energie abhängig.

Vielleicht ist der Peak-Oil heute schon erreicht. Peak-Oil heisst der
Zeitpunkt, an dem die Ölförderung weltweit nicht mehr gesteigert
werden kann. Fachleute aber sind sich einig, dass dieser Punkt
spätestens in zehn Jahren erreicht ist.

Viel früher, als man noch zur Jahrtausendwende angenommen hat.
Es ist also an der Zeit, sich über alternative Energieträger für die zu Ende
gehenden fossilen Brennstoffe Gedanken zu machen.

Als Ersatz für die fossilen Energiequellen bieten sich langfristig nur die
regenerativen Energien an: Sonnenenergie, Wasserkraft, Wasserstoff
(Brennstoffzelle), Windenergie, Biomasse und Erdwärme sind
Energiequellen, die sich laufend ergänzen.

Bisher liegt der Anteil der regenerativen Energien an der
Energieversorgung weltweit allerdings nur bei etwa 2,6 Prozent.

Nur Wasserstoff und die Erdwärme sind praktisch unerschöpflich und
ständig verfügbar. Die Sonnenenergie ist auf der Erdoberfläche nur
nutzbar, wenn die Sonne scheint. Das gleiche gilt für die von der rot-
grünen Regierung seltsamer Weise subventionierte Windenergie:
Energie nur bei Wind ... und auch nicht bei zu viel Wind!

Wasserkraft und Biomasse sind zwar zeitlich nicht begrenzt, aber ihr
Energergiepotential reicht bei weitem nicht aus, die fossilen Brennstoffe
zu ersetzen.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Wasserstoff & Sauerstoff
über die Brennstoffzelle der ideale Energielieferant der Zukunft wäre.

Aber die technischen Probleme der elektrolytischen Umwandlung von
Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser sind gewaltig. Die Brennstoffzelle
wird die Energieprobleme dieser Zivilisation nicht lösen.

Es bleibt als unerschöpfliche und ständig verfügbare Energiequelle nur
noch die Erdwärme übrig. Die Erde strahlt täglich etwa viermal
mehr Energie in den sie umgebenden Weltraum ab, als wir Menschen
derzeit an Energie verbrauchen.

Theoretisch würde allein die in den oberen 3 Kilometer der Erdkruste
gespeicherte Energie ausreichen, um die Welt für etwa 100.000 Jahre mit
Energie zu versorgen.

Was ist von der Nutzung der Erdwärme zu erwarten?

Zaungast


icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 27.08.2008, 22:29
kapverd (Gold Super-Member)
China

Vor 10 Jahren war zu beobachten, das China von seiner dezentralen
Wirtschaft in Form von kleinen und Kleinstbetrieben weg will. Es ist jetzt
auf dem Weg „weg“. Der neue Weg dieses China bedingt immense
Massen von fossilen Energien als Einsatz.

Die Geothermischen Energien sind in dem Umfange einzusetzen wie sie
heute genutzt werden. Ein Ersatz hier für die fossile Energie zu suchen
kann’s letztlich nicht bringen. Auch hier ist die Erschließung der
Geothermischen Energie mittels fossiler Energie erfolgt.

Die Erschließung dieser Energiequellen ist an einzelnen Orten möglich,
flächendeckend jedoch grundsätzlich nicht. Der Aufwand der Erschließung
ist deutlich größer wie allgemein vermutet wird.

Es ist leider so, das fast katastrophal viel Nonsens geschrieben wird aber
nach wie vor 98% der Energie aus den konventionellen Quellen (nicht
regenerative Quellen) kommt (Öl, Gas, Kohle, Kernkraft).
Die Schweiz hat zumindest die Möglichkeit Wasserkraft zu nutzen.

Ich stimme dem zu, wenn die fossile Energie verbraucht ist geht’s mit
den Großstädten rapide bergab. Aber es gibt Länder, die sich wieder
umorientieren können. Fast alle Staaten die südlich liegen und mehrfach
Ernten im Jahr einfahren können, die nicht heizen müssen, können sich
wie Indien z.B. umorientieren und auf fossile Brennstoffe verzichten
lernen.

Indien kann mittels technischer Ausbildung dezentrale familiär
organisierte Biogasanlagen im Miniaturmaßstab betreiben.

In diesem Sinne ist offensichtlich, das China mit seinen 1,3 Milliarden
Menschen in eine absolut tödliche Falle driftet. Deutschland und Europa
können zur Not mittels Kohle und Kernkraft kurzfristig überleben.

Ich bezweifle jedoch ernsthaft, ob Kernkraft grundsätzlich ohne fossilen
Energieeinsatz überhaupt möglich wird.

Das Problem einer versagenden fossilen Brennstoffversorgung wird alle
industriell organisierten Nationen treffen. Es ist merkwürdig, niemand
spricht ernsthaft über ein solches Problem. Dabei können 3-Jährige
bereits solche Zusammenhänge formulieren – und verstehen was wäre
wenn die Tanks leer bleiben würden.

Ich persönlich habe mich bereits vor ca. 5 Jahren von dem offiziell
gesponnenen Nonsens verabschiedet. Es gibt Alternativen.

Diese Alternativen müssen noch entwickelt werden. Weltweit sind auch
Wissenschaftler hier aktiv. Aber das, was aktuell real gebaut und
betrieben wird, ist absoluter Quatsch und wird nicht mehr funktionieren
wenn die fossilen Brennstoffe fehlen werden.

Die besagten Nullenergiehäuser sind überdurchschnittlich teuer in der
Herstellung, die Technik zum Betrieb dieser Gebäude ist für eine Familie
nicht bezahlbar. Es sind Paare ohne Kinder, die gut verdienen und sich
solche exklusiven bunkerähnlich versiegelten Superhäuser leisten
können.

Die gesamten Investitionen dieses europäischen oder speziell deutschen
Blödsinns werden über konventionelle Kraftwerke und die Schiene des
konventionellen Kapitals generiert. Mittels Aktionären, die auf Fabriken
und Drecksschleudern setzen, wird das Kapital zusammen geschummelt.

Solches heißt im Klartext „Kirchturmpolitik“. Die Maschinenteile kommen
dazu aus dem Land, das sozusagen im eigenen Dreck und Smog am
verrecken ist, da sie aus wertvollen deutschen Händchen sowieso zu
teuer wären: sie kommen aus China.

Und sie werden von zarten Kinderhändchen für ökologisch bewusste
Deutsche im absoluten Niedrigstlohntarif (ohne Sozialversicherung der
Arbeiter) gefertigt.

Alternativen? Es gibt sie da es uns gibt. Wir müssen sie suchen. Auch
Albert Einstein begann einst mit seiner Suche – und er hatte doch Erfolg,
oder?

Und ich erinnere am Schluss. Es ist nicht die Schwere des Lebens, die
dieses schwierig macht. Es ist die unerträgliche Leichtigkeit des Seins.

Aber es muss ein ökologischer geschlossener Kreislauf werden, der das
Leben nicht außen liegen lässt. So was Ähnliches wie der Verbrauch der
fossilen Energie heute. Denn das ist den Kreislauf des Lebens der
Vergangenheit nochmals schließen. Wir tun nichts Schlechtes. Böse ist
nur der der Böses tut.

Vielleicht – ich weiß nicht so recht ob es pässlich ist. Die Textpassagen,
die mir sehr imponiert haben? Die Genesis und die Prophezeiungen des
Johannes von der Insel Patmos. Dieses sind wahrhaft große Werke.

Hier steht alles schon geschrieben. Es ist alles viel einfacher………..lesen
sie von der gläsernen Stadt die bei Tag und Nacht beleuchtet
ist……….lesen Sie……..

icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 28.08.2008, 09:54
Wilfried John (Silber Super-Member)
Wie ich schon schrieb, es wird ohne Investitionen nicht funktionieren...
und das ist nicht nur eine Geldfrage, sondern - auch wenn mich kapverde
dafür kritisieren wird - wenn wir weiter mobil bleiben wollen, müssen wir
auch (endliche) fossile Brennstoffe investieren, um den
schnellstmöglichen Umstieg auf die Wasserstoff-Wirtschaft zu schaffen.

icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 28.08.2008, 17:47
kapverd (Gold Super-Member)
Fossile Energien

Ich möchte nochmals den Anlauf zur Erinnerung machen, der hier im
3. Abschnitt mehrmals stattfand. Wenn die Diskussion mit aktuellen
Betrachtungen der kurzfristigen Situation stattfinden soll, OK, das ist
erfolgt.

Dieter Stahlbaum hat bereits in einem anderen Beitrag begründet den
Unsinn der Biospritgewinnung dargelegt. Dem ist nichts mehr
hinzuzufügen.

Hier entnehme ich, das einige noch auf Alternativen setzen, aber bitte
man möchte doch die fossile Energie hierzu nehmen. Das Rad würde sich
sonst nämlich nicht bewegen können. Ist mir alles klar. Es wird sich auch
nicht bewegen.

Um die Diskussion abzuschließen, nochmals der Hinweis darauf für den
Fall der Fälle: Wenn der Zeitpunkt da ist, das die Ölquellen sich
abschalten, dann ist keine Alternativenergie zur Verfügung.

Dieses bedeutet das entsprechend mit dem Verlöschen der fossilen
Energien das Ableben der Weltbevölkerung linear dazu beginnt.

Dieses war mein Ansinnen der Beiträge hier. Ich bemerke jedoch dass
diese Denkspirale einzelnen unpässlich erscheint. Sei’s drum. Vielleicht
ist's auch alles nicht so wichtig. Nicht jeder hat Kinder in die Welt gesetzt.




icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 29.08.2008, 17:26
kapverd (Gold Super-Member)
Kohlendioxid
Ein verdammtes Element





Greenpeace schreibt auf der Titelseite seiner Nachrichten für Förderer 1/2008:

KOHLEKRAFT
NEIN DANKE!


Darüber ein Abbild des rauchenden Kohleschlotes auf dem CO2
geschrieben steht. Es ist im Prinzip Kohlendioxid der aus den Schloten
entweicht, denn Schwefel wird vorab im Kalk als Gips gebunden.

Siehe hierzu in diesem Thread das Abbild eines konventionellen
Kohlekraftwerkes als Systemskizze, irrtümlich unter Kohleverflüssigung
eingefügt.

Ich möchte hier darlegen, warum und wieso diese Einstellung von
Greenpeace für diesen Planeten tödlich wäre.

Die Photosynthese funktioniert hervorragend mit sehr schnellen
Reaktionszyklen auf Meeresebene. Nachfolgend der Abdruck der
Feststoffaktivitäten je Jahr der Photosynthese auf 1 m² Geofläche.



Die Photosynthese benötigt Kohlendioxid CO2 sowie Wasser H2O. Auf
Landflächen und in der Luft kann zwar ebenfalls die Photosynthese aktiv
werden, jedoch die Wüste Sahara beweist dass dieses nur unter Zusatz
von viel Wasser geschieht. Jeder weiß dass seine Pflanzen, wenn diese
wachsen sollen, erst einmal regelmäßig Wasser zugeführt bekommen
müssen.

Die Zellen der Pflanzen transportieren dieses Wasser von den Wurzeln
zu den Blattzellen, in denen die Organellen (Chloroplasten) sitzen, die
kleinen Superfabriken der Photosynthese. Auf Meeresebene führen
diesen Prozess die Algen aus.

Die Meeresoberfläche nimmt relativ zügig und viel Kohlendioxid auf.
Dieser Austauschprozess, auch der Gasdruckabgleich des Gases
Kohlendioxid, der Berührungsflächen Wasser-Atmosphäre ist jedoch noch
nicht ausreichend erforscht.



Wenn wir die weltweite Wasserfläche betrachten, die aktuell laufend
größer wird durch abschmelzendes Schelfeis (welches noch enorm viel
Kohlendioxid lösen kann), können wir uns vorstellen wie immens groß die
zur Verfügung stehende Fläche der Photosynthese ist.

Auf keiner Ebene des Planeten stehen bessere Reaktionsbedingungen
als eben im Bereich der Wasseroberfläche zur Verfügung. Es ist
ausreichend Kohlendioxid zur Verfügung, sozusagen 24 Stunden am Tag,
es ist ausreichend Wasser zur Verfügung, ebenfalls 24 Stunden und die
Energie der Sonne steht ohne Abschattung zur Verfügung.

Falls wie voraussehbar sich die Ozeanflächen vergrößern und die
Temperaturen in den nördlichen Hemisphären ebenfalls steigen, wird sich
das Gebiet der Photosynthese ebenfalls schnell ausbreiten.

Es ist anzunehmen, das sehr schnelle Rückkoppelungsszenarien
entstehen werden, d.h. das der Anstieg von Kohlendioxid sehr schnell
durch die Ausweitung und Intensivierung der Photosynthese
ausgebremst wird.

Es heißt so schön: Die Photosynthese ist durch die Schaffung idealer
Bedingungen effizienter zu machen. Dieses weiß jeder Gewächshausbesitzer.

In der Höhe von Getreidefeldern über den Halmen fällt z.B. an
Morgenstunden der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre auf gemessene
Werte um 0,02% gegenüber normal 0,035% ab, da hier die
Photosynthese arbeitet. Bereits hier wird das Wachstum der
Getreideähren durch fehlendes Kohlendioxid ausgebremst.

Umgekehrt wird beobachtet, dass in der Nähe des Roten Meeres unter
Null das Wachstum rasant beschleunigt wird, da durch den höheren
Luftdruck mehr Kohlendioxid zur Verfügung steht.

Diese Zusammenhänge dürften auch der Grund sein, weshalb auf der
Zugspitze niemals ein Blumentopf zu füllen sein wird.

Was ich andeuten möchte:

Die Entflutung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken in die Atmosphäre
verbessert immens die Bedingungen der Photosynthese in Ebene der
Meeresflächen, aber auch da wo auf Landflächen genügend Wasser und
Licht zur Photosynthese zur Verfügung steht.

Die Andeutungen von Greenpeace sind kontraproduktive Boykotte des
Globalen Ökosystems, welches primär fast ausschließlich aus der
Photosynthese besteht.

Berthold Brecht fordert zum Leidwesen seiner Zuschauer diese in seinen
Theaterstücken zum eignen Denken auf. Ich schätze, dass wir „alle“ das
Denken wieder einführen sollten.

Wir sollten es auf keinen Fall irgendwelchen Vordenkern überlassen.
Und hiervon in keinem Fall der Fälle Politikern.

Mein Name ist nicht Lemmling.





icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 05.09.2008, 15:18
kapverd (Gold Super-Member)
KOHLENDIOXID - die Wahrheit
Kohlendioxid – das verteufelte Klimagas

Sie sollten sich hier beraten lassen:

http://www.chemie-im-alltag.de/articles/0024/index.html

Dort wird Ihnen weiter geholfen. Die allgemein erhältlichen Informationen
in den Medien sagen so in etwa hauptsächlich Katastrophen für das
beabsichtigte Kohlendioxidgeschäft mit dem Immissioshandel voraus.

Auf jeden Fall werden Milliarden Euro an verbrieften Kohlendioxidrechten
weltweit gehandelt. Kohlendioxid muss „schlimm“ bleiben. Es ist schade
und ein Jammer, das sogar Greenpeace sich an diesem Nonsens
beteiligt.

Aus dem oben zitierten Artikel geht folgendes hervor, wenn sie ihn nicht
lesen möchten, ansonsten sind die Sätze hier überflüssig.

Der Anteil des Kohlendioxids am Treibhauseffekt des Planeten Erde lag
und liegt bei etwa 5°Celsius. Der gesamte Treibhauseffekt bewirkt eine
Temperaturerhöhung von ca. 33°Celsius, in der wir jetzt leben.
Ohne den Treibhauseffekt wäre die Oberfläche 33° kälter.

Eine Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration von 285 ppm auf aktuell
385 ppm und zukünftig auf vielleicht 500 ppm wird an sich keine
Temperaturerhöhung hervorrufen können – da die Möglichkeit des
Treibhauseffektes durch Kohlendioxid mit den vorhandenen 5°C komplett
erschöpft sind.

Es kommt daher das Kohlendioxid nur in zwei konkreten Wellenbereichen
der Infrarotstrahlung von 4,5 und 15,3 müm wirken kann. Die Wirkbreite
des Kohlendioxid in Bezug auf das Treibhaus wird sich nicht verändern.
Soviel zum weltweiten Unsinn der Medien – und dem von Greenpeace.



icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 15.10.2008, 17:58
Schmutzli (Silber Super-Member)
Beim Durchgehen der sehr interessanten Postings stellt sich immer mehr
auch die Frage: Gehen die gegenteiligen Meinungen der Wissenschaftler
auch von den gleichen Voraussetzungen aus? Offenbar gibt es hier
unterschiedliche Denkmodelle!

Sollte nicht zuerst eine gemeinsame Basis gesucht werden, auf der die
weiteren Studien dann getätigt werden? Die "Verzettelung der Kräfte"
artet sonst in einen eigentlichen Glaubenskrieg aus und wird auch kaum
brauchbare Entscheidungs-Grundlagen für die Politik bringen.

Gehe ich da in eine Sackgasse mit meinen Überlegungen?

Freundliche Grüsse
Schmutzli

icon1 Re: Latschariplatz-Serien *** Lösungen sind denkbar - Gedanken zur sog. Energiekrise (3) Datum: 15.10.2008, 20:10
kapverd (Gold Super-Member)
Wissenschaft………..

das Finden von Wissen bedingt vielfältiges Suchen. Nicht alle Wege
dieser Suche sind erfolgreich und führen zu neuem Wissen. Zudem muss
bedacht werden, dass die herrschende Wissenschaft immer
von „gestern“ ist und lediglich neue Wege sucht, sie sucht also
ein „Update“.

Die Politik ist die Institution, die mittels absolut inkompetenten Menschen
die Richtung der Wissenschaft bestimmt. Die Parteien, die noch weniger
Sachverstand aufweisen – und nur durch gute Seilschaften glänzen (und
mittels demagogischer Tricks sich in den Gehirnannalen der Wähler
bewegen wie eine Colibakterie durch die große Klärgrube) – geben
ebenso als große Koalitionen die gesellschaftliche Fahrtrichtung vor.

Was bleibt also? Die Chancen auf ein einheitliches Fundament sind so
groß wie eine weltweite Währungsunion. Es ginge schon wenn……..

Ergänzend sei bemerkt, das selbst Forscher der Klimatologie im Dunkeln und im Nebel wandeln. Neben all den Kritiken ergab sich 2007 eine seltsame Situation, die inzwischen aber vorsichtig wieder vergessen wurde. Die Klimaforscher selbst entdeckten, das entgegen aller Erwartungen eines Hitzekollaps der Amazonaswald "dummerweise" regelrecht aufgeblüht war, er wuchs über die Maßen. Man relativierte sich dann öffentlich und verwies auf den nächsten erwarteten Hitzekollaps. Nun ist es doch äußerst wahrscheinlich, das entgegen der angekündigten Szenarien die weltweit aktive Photosynthese eine Aktivierung des Globalen Ökosystems durch höheres Kohlendioxidangebot durchführt, was seit Jahrzehnten ja zur Genüge aus Gewächshäusern bekannt ist.

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