Stefanos Bulletin Board
URL: http://www.bannjongg.com/cgi-bin/sbb/sbb.cgi?&a=show&forum=61&show=6
Thema: Die Ökonomie des Krieges - Oder warum Kriege nicht enden…(2)

icon1 Die Ökonomie des Krieges - Oder warum Kriege nicht enden…(2) Datum: 04.09.2008, 02:25
Wilfried John (Silber Super-Member)
Die Ökonomie des Krieges –
Oder warum Kriege nicht enden…


Teil 2 – Der dritte Weltkrieg…

„Der Fluss wird gewalttätig genannt, nicht jedoch das Bett,
das ihn in seinen Lauf zwingt“

nach B. Brecht

Ich bitte auch darum, das Folgende nicht als billigen Anti-Amerikanismus
abzutun… auch wenn viel von den Machenschaften der USA die Rede sein
wird, so sind diese Machenschaften keineswegs nur auf dieses Land zu
beschränken.


Es geht vielmehr um große Unternehmen, denen das Profitstreben über
jede menschliche Regung geht und die, im Zeitalter der Globalisierung,
bekannter Maßen „Vaterlandslose Gesellen“ sind und genauso gut ihren
Sitz in Deutschland oder der Schweiz haben könnten (was aber halt aus
strategischen Gründen, die ich noch darlegen will, nicht profitabel wäre).

Allerdings unterhalten wir durchaus glänzende Geschäftsbeziehungen
und aus dem ersten Absatz dieses Artikels geht ja auch hervor, dass –
zumindest Deutschland – aktiv an diesen Machenschaften beteiligt ist;
insofern solche Unternehmen ihr Geld in der Schweiz anlegen, wird auch
dieses Land, respektive die dort operierenden Profiteure, zu passiven
Mittätern werden.

Um im Kontext der Anfangssätze des 1. Teils dieses Artikels zu bleiben
und ein paar aktuellere Bezüge herzustellen, möchte ich im
Zusammenhang mit Big Business auch noch etwas konkreter über das
schreiben, was ich als widerwärtiger als Krieg bezeichnet habe: Das
Geschäft mit dem Krieg.

Afghanistan im Jahre 2002 – Im „Krieg gegen den Terror“ greifen Nato-
Mitglieder das zentralasiatische Land mit der geballten Macht seiner
Luftwaffe an. Was war geschehen? Nun, an einem 11. September wurde
die Zentrale des kapitalistischen Empire durch einen Terroranschlag
zerstört.

Forciert von den USA, und aus – wie unser Bundeskanzler Schröder
formulierte – uneingeschränkter Solidarität, deutete die Nato ihre eigene
Satzung um und proklamierte den schnöden Terrorfall zum Verteidigungsfall
um.



Der Feind war nicht ein Land, sondern der böse Bin Laden… natürlich
wurden alle die ihm halfen/helfen in Sippenhaft genommen. In diesem
Fall die mindestens genauso bösen Taliban, die sich beharrlich
weigerten, Bin Laden auszuliefern.

Ganz davon abgesehen, dass die Taliban den Bin Laden unter Umständen
gar nicht hatten um ihn ausliefern zu können, weil er sich im benachbarten
(Atombomben besitzenden) Pakistan aufhielt… sie sollten Bin Laden
ausliefern, andernfalls würde das Land bekriegt.

Aber der Anfang der Geschichte ist älteren Datums und der Krieg um
Afghanistan dauert nun schon Jahrzehnte; da gab es noch keine Taliban
und Bin Laden war noch gar nicht geboren. Es ging und geht zunächst
um die Kontrolle des Landes, das von strategisch wichtigen Öl- und
Gaspipelines durchzogen ist und das strategisch günstig, nahe an den
Ölvorräten am Golf gelegene ist.

Das und nur das, macht das zentralasiatische Land für Konzerne und
Staaten strategisch so interessant.

In den 1970er Jahren kämpften insbesondere die einstige Supermacht
Sowjetunion und die USA, in Afghanistan, auf Kosten der Bevölkerung,
um Einfluss.

Die Auseinandersetzung begann dann offiziell mit dem Einmarsch der
Sowjets 1979. Offizieller Grund dafür war, die kommunistische
afghanische Regierung vor den Angriffen der „islamischen
Widerstandsbewegung“ zu schützten… Die UdSSR tappte in die Falle,
die von den USA aufgestellt worden war.

Die USA schürte nämlich den Bürgerkrieg zwischen der kommunistischen
Marionettenregierung unter Karmal und den islamischen Mudjahedin,
indem es diese militärisch ausbildete und – mit Waffen ausgerüstet –
über Pakistan zurück ins Land schleuste. Insgesamt soll die finanzielle
und materielle Unterstützung der „Glaubenskämpfer“ rund zwei
Milliarden US-Dollar gekostet haben.

Die USA taten das zum einen weil sie einen zu großen Einfluss des
Erzfeinds in der Region fürchtete und zum anderen, weil sie die
Sowjetunion militärisch und wirtschaftlich schwächen wollten.

Denn tatsächlich schielten die Sowjets ebenso auf die Ölvorräte am Golf,
denen sie mit einer Kontrolle über Afghanistan hätten näher kommen
können (man betrachte nur einmal die Landkarte…) und im Übrigen war
ihnen das Land so gleichgültig, wie wenn am Südpol ein Pinguin
ausrutscht.

Die us-amerikanische Taktik, die Sowjets, mit Hilfe des von ihnen
finanzierten Widerstandes, vom Golf und den Öl- und Gasquellen
Afghanistans fern zu halten, ging auf. 1988 zog die Rote Armee
unverrichteter Dinge ab und 1992 wurde schließlich von eben jenen von
den USA finanzierten „Glaubenskämpfern“ der islamische Staat
ausgerufen; die Taliban und auch Bin Laden sind also Kreaturen der USA.

Leider spurten sie nicht mehr, denn man verwehrte den US-Konzernen
den Zugriff auf die Durchleitungsrechte von den anderen
zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Aserbaidschan, Turkmenistan
und Usbekistan zum Indischen Ozean; der kostengünstigste Weg, die
Gas- und Ölvorkommen dort (9.000.000.000.000.000.000 oder kurz
9 Trillionen Kubikmeter Erdgas;15.000.000.000.000 oder kurz 15 Billionen
Barrel Erdöl) zu verwerten…



Da kam den Amerikanern der 11.September grade recht, um sich einen
Grund zu basteln. Vielleicht sind aber die Gründe auch hier zu suchen:
Nämlich die mittlerweile entdeckten Bodenschätze in Afghanistan:

Öl: 95 Millionen Barrel;

Kohle: 70 Millionen Tonnen;

Gas: 2 Trillionen Kubikmeter
(nicht aufgeführt, Kleinigkeiten wie Gold, Silber, etc.).

Nicht zu vergessen die Aufträge von ca. 900 Mio. Dollar/Jahr für den –
wie das offiziell genannt wird – Wiederaufbau, für den dann die
Internationale Gemeinschaft gerade steht und sozusagen den USA den
Krieg refinanziert.

Diese Fakten werden als Gründe umso plausibler, als jene Gründe, die zu
dem Krieg geführt haben, nun nicht mehr so wichtig zu sein scheinen; Bin
Laden läuft immer noch frei rum, die Taliban sind nicht weg, Demokratie
gibt es nicht.

Der Krieg, der oberflächlich unsinnige Milliarden Dollar kostet, wird im
Vergleich zur Beute zu Kleckerkram!

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9788/1.html

Immer wenn man glaubt es geht nicht mehr schlimmer, kommt es dann
noch viel perverser: Das passende Beispiel für die noch perversere
Widerwärtigkeit des Kriegs als Geschäft, ist der 3. Golfkrieg, den
die „Allianz der Willigen“ gegen den Irak führten.

So lange ist es noch nicht her, dass hauptsächlich US-Amerikaner und
Briten die Welt vor den Massenvernichtungswaffen des Saddam Hussein
retteten. So glaubte jedenfalls (fast) die ganze Welt… sie glaubte, was
sie glauben sollte; schließlich hat man ja einen Haufen Geld in die
entsprechende Propaganda gesteckt; teilweise haben die Medien sogar
freiwillig darauf verzichtet, kritische Fragen zu stellen.

Vielleicht sind sie ja ihrer eigenen Propaganda auf den Leim gegangen…
aber es wäre blauäugig das anzunehmen. Vielmehr lässt sich annehmen,
dass es ihnen völlig wurscht war, ob da Massenvernichtungswaffen sind
oder nicht, ob es die Welt glaubt oder nicht…

Hauptsachen die Leute daheim glaubten es und man bekam die
Genehmigung zuzuschlagen; Völkerrecht hin oder her.

Aber die wirkliche Ursache ist auch hier älteren Datums und der Konflikt
ist noch älter als der in Afghanistan. Nach dem 2. Weltkrieg bekamen us-
amerikanische Ölfirmen die Ölressourcen von Persien unter ihre
Kontrolle; der despotische Herrscher Resa Schah, der Vater des späteren
Schah Mohammad Reza Pahlavi, hatte willfährig und zu eigenem
Nutzen die lukrativen Verträge geschlossen.

1953 putschte sich der damalige Ministerpräsident Mohammed
Mossadegh
an die Macht und verstaatlichte die Ölressourcen seines
Landes wieder. Die CIA betrieb daraufhin seinen Sturz. Zyniker meinen
heute, es gebe mehr von der CIA bestimmte und eingesetzte
Präsidenten weltweiten, als demokratisch gewählte.

Als „Nachfolger“ Mossadeghs wurde eben jener Schah Mohammad Reza
Pahlavi von Persien inthronisiert. Die Verstaatlichung der Ölressourcen
wurde rückgängig gemacht. Die angloamerikanischen Ölgesellschaften
konnten wieder aus dem vollen Schöpfen.

Ähnlich wie in Afghanistan heute, regierte damit eine Marionette der USA
das Land.

In den folgenden Jahren errichtete der Schah ein autoritäres
Regierungssystem, das sich im Innern auf die gefürchtete
Geheimpolizei “Savak” stützte, die selbstverständlich von der CIA
ausgebildet und ausgerüstet wurde.

Auch die von us-amerikanischen Rüstungsfirmen enorm aufgerüstete
Armee kam wiederholt als innenpolitisches Befriedungsinstrument zum
Einsatz. Im außenpolitischen Bereich lehnte sich das Regime eng an die
USA an. Durch die unmenschlichen Lebensbedingungen im Iran unter
dem Schah kam es zu mehreren Aufständen.

Im Volksaufstand von 1979 wurde schließlich der Schah, samt seiner
amerikafreundlichen Politik, zum Teufel gejagt. Ajatollah Chomeini
startete, mit französischer Unterstützung, seine Islamische Revolution.

Das schöne Öl, die schönen Waffen, der große Einfluss in der Region und
der nützliche Idiot waren dahin; zudem bandelte der Iran auch noch mit
den Sowjets an.

Also brauchten sie einen neuen nützlichen Idioten… und fanden ihn in
einem jungen aufstrebenden Mann: Saddam Hussein. Dann schlug
die Stunde des Friedensengels: Der ach so friedliebende Präsident der
USA Carter. Carter verabschiedeten die „Carter-Doktrin“. Sie
besagten, dass die Vereinigten Staaten in der Region des Nahen Osten
militärisch eingreifen würden, falls ihre Ölinteressen bedroht würden.

Die Sicherung des Zugriffs auf den reichlich vorhandenen und benötigten
Rohstoff stand also an erster Stelle. Zbignew Brzezinski,
damaliges Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates der USA, forderte
damals unverhohlen einen Krieg der beiden Staaten Iran und Irak.

In aller Öffentlichkeit befahl er Hussein, sich den Schatt al-Arab
zurückzuholen. Erneut hatten die Rüstungsfirmen lukrative Aufträge:
Die Aufrüstung des Irak und die Stärkung des Präsidenten Hussein.
Später sagte dann US-Außenminister Baker über Hussein:
„Er ist zwar ein Schurke, aber er ist unser Schurke.“

http://www.investorweb.de/irak2.htm

Und der Schurke gehorchte: Er brach den 1. Golfkrieg Irak/Iran (1979 –
1988) vom Zaun; schon ein Jahr nach der Islamischen Revolution im Iran.
Als Kriegsgrund wurde ein Streit mit dem Iran um die Schifffahrtsrechte
im Persischen Golf vorgeschoben.

Der wirkliche Grund war, neben den schon genannten, auch noch, die
Kontrolle über die rohstoffreiche iranische Provinz Chuzestan zu erhalten
und – wieder einmal – den Einfluss der Sowjets zurückzudrängen (an
dieser Stelle übrigens, einen schönen Gruß nach Georgien).

Es wurde ein großartiges Geschäft… nicht nur für die us-amerikanischen
Firmen, sondern auch für deutsche und französische Unternehmen. Dabei
spielte es auch keine Rolle, dass der Krieg an sich keinen militärischen
Sieg einer der Gegner sah… die Sieger waren die Geschäftemacher
während und nach dem Krieg; denn man musste ja alles wieder
ersetzen, was man im Krieg ver- und zerschossen hatte.

Als die westlichen Rüstungsfirmen dann die irakische Armee eben wieder
aufgerüstet hatte, machte Saddam Hussein einen schweren Fehler…
vielleicht wähnte er sich tatsächlich als der große Machthaber und
Feldherr, für den er ausgegeben wurde.

Wie dem auch sei, da er schon mal nicht das iranische Öl bekommen
konnte, wollte er sich halt das kuwaitische Öl holen; und ganz nebenbei
auch noch einen der größten Gläubiger loswerden, der ihm par tout nicht
seine Schulden aus dem Irak/Iran-Krieg erlassen wollte.

Außerdem waren die finanziellen Rücklagen Kuwaits enorm, allein die
Auslandsinvestitionen betrugen rund 100 bis 120 Mrd. US-Dollar; das
nimmt man doch gerne mal mit. Saddam Hussein brach, diesmal einen
unerlaubten, zweiten Golfkrieg (1990/91) vom Zaun:
Irak/Kuwait/Golfkriegskoalition.

Er hatte die Rechnung ohne seine „Freunde“ gemacht; offensichtlich
kannte er den Spruch „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde
mehr“ nicht, denn die Emire haben für ihre Ölquellen in Kuwait
langfristige Verträge mit den USA.

Also war da wieder eine Kreatur der USA, die weg musste. Die
Schamgrenze von Bush sen. war noch nicht so niedrig wie bei seinem
Sohn; wenn der überhaupt Scham hat. Jedenfalls setzte man den UN-
Sicherheitsrat unter Druck; auch den Chinesen, Russen, Franzosen und
Briten konnte an einem allzu mächtigen Irak nichts gelegen haben, denn
was nutzt es, wenn zwar der Eine keinen Einfluss mehr hat, aber alle
anderen auch nicht?

Der Sicherheitsrat verurteilte die Besetzung Kuwaits und forderte den
Irak zum vollständigen und bedingungslosen Truppenrückzug auf. Zur
Durchsetzung dieser Forderung verhängte er gegen den Irak
umfassende Wirtschaftssanktionen (was hauptsächlich den Nachschub
der Armee treffen sollte – schließlich hatte man weitere Pläne) und stellte
Saddam Hussein schließlich Ende November 1990 ein Ultimatum.

Nach Ablauf der Frist am 15. Januar 1991 „befreite“ eine vom UN-
Sicherheitsrat beauftragte Kriegsallianz, unter Führung der USA, das
kleine Emirat und stellte den alten Zustand wieder her. Doch dabei ließ
man es nicht bewenden; Saddam Hussein musste entscheidend
geschwächt werden.

Natürlich durfte er keinesfalls gefangen genommen oder gar getötet
werden; schließlich brauchte man den Mann noch. Die Luftangriffe
begannen in der Nacht zum 16. Januar 1991. Der Bodenkrieg folgte erst
ab dem 24. Februar, nachdem die Alliierten rund 110 000 Angriffe auf den
Irak und seine Stellungen in Kuwait geflogen hatten und eine
Bombenlast von 85 000 Tonnen abgeworfen hatten.



Schon nach vier Tagen Bodenkampf mussten Saddam Husseins Truppen
am 28. Februar kapitulieren, am 3. März wurde eine entsprechende
Urkunde unterzeichnet.

Was dann folgte, hat eine neue Dimension der Perversität im Geschäft
mit dem Krieg erreicht: Unter dem Deckmantel der Wirtschaftssanktionen,
wollte man den direkten Zugriff auf das gesamte irakische Ölgeschäft
erlangen.

Von 1991 bis 2001 sind nach Schätzungen internationaler humanitärer
Organisationen rund 1,5 Millionen Iraker, darunter über 550 000 Kinder
unter fünf Jahren, den Folgen dieser Wirtschaftssanktionen zum Opfer
gefallen – durch Mangelernährung und unzureichende medizinische
Versorgung.

Das entspricht rund sieben Prozent der irakischen Bevölkerung, was man
dann Saddam Husseins Verschwendungssucht in die Schuhe schieben
konnte – für nichts anderes hat man schließlich nicht auf seinem Posten
gelassen, obschon es ein Leichtes gewesen wäre, ihn ein für allemal zu
eliminieren.



Hans Graf von Sponeck, Leiter des UN-Hilfsprogramms für den Irak,
trat im Februar 2000 aus Protest gegen die Folgen der Wirtschaftssanktionen
von diesem Posten zurück. Er warf den Vereinten Nationen sogar Völkermord vor.
Als die Lage schlimm genug war, wurde man gnädig und entwarf „um die
Lage der Zivilbevölkerung zu verbessern“ das Programm "Öl für
Nahrungsmittel", das ab Ende 1996 startete.

Es erlaubte Bagdad, den Verkauf einer gewissen Menge von Erdöl auf
dem internationalen Markt (Hauptabnehmer USA). Von den Einnahmen
wurden zwei Drittel unter internationaler Aufsicht dafür verwendet,
Nahrungsmittel, Medikamente und Ersatzteile für die Reparatur von
ziviler Infrastruktur (bei westlichen Firmen) zu kaufen.

Das restliche Drittel floss in den oben erwähnten Kompensationsfond für
Kriegsschäden in Genf, aus dem man den Krieg refinanzierte.

Dann wurden die Anschläge in New York und Washington verübt und im
Zuge dieser Ereignisse, wurde von US-Präsident George W. Bush
der „Krieg gegen den internationalen Terrorismus“ ausgerufen.

Zunächst wendeten sich die USA Afghanistan zu, dessen Taliban-Regime
al-Qaida offen unterstützte und deswegen keine besonders großen
Legitimitäts-Probleme hatte (weiter siehe oben). Nach dem Ende des
Afghanistankrieges wurden ab Anfang 2002 die Töne gegen den Irak
schärfer.

Das Land wurde von den USA zu den "Schurkenstaaten" gezählt und in
eine "Achse des Bösen" eingereiht und plötzlich war neben der
Unterstützung der Terroristen, auch die Rede von
Massenvernichtungswaffen.

Diesmal kümmerte man sich erst gar nicht um eine Entscheidung der UN,
sondern stellte gleich selbst ein Ultimatum, von dem man wusste, dass
es nicht einhaltbar war; schließlich hatte man den Irak selbst aufgerüstet
und wusste also, dass da keine Massenvernichtungswaffen waren, also
auch keine Herausgabe erfolgen KONNTE.

Nach Ablauf des Ultimatums begannen die USA und ihre Verbündeten
(mit dem perversen Namen "Koalition der Willigen“) den dritten Golfkrieg
USA/"Koalition der Willigen“/Irak (man beachte diesmal die Reihenfolge)
am 20. März 2003 (von offiziell 6 Wochen Dauer) mit einem gezielten
Luftangriff auf Saddam Hussein und die militärische Führung.

Es ist auch niemand peinlich, dass der von den USA entsandte Experte
Kay am 3. Oktober 2003 vor dem US- Kongress bekannt gab: „Bislang
haben wir keine Waffen gefunden". Nach sechsmonatiger Suche hatte
das US-Inspektorenteam keine Massenvernichtungswaffen im Irak finden
können; in dem Zusammenhang ist es bezeichnend, dass Putin gesagt
hat, dass er auf jeden Fall welche gefunden hätte.

SBB © Druckbare Version von dem Thema Die Ökonomie des Krieges - Oder warum Kriege nicht enden…(2)