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Thema: Geld. Vermögen, Rente *** Sind Scharia-Anlagekonzepte die besseren Finanzdienstleistungen?
Michael Vaupel (offline)
Moderator





Beiträge: 93
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Mitglied seit: 21.11.2008

Deutschland
icon1   Geld. Vermögen, Rente *** Sind Scharia-Anlagekonzepte die besseren Finanzdienstleistungen? #1 Datum: 17.08.2012, 20:56  

Sind Scharia-Anlagekonzepte die
besseren Finanzdienstleistungen?


von Gastautor Jürgen Nowacki

Wenn Gier und Dummheit so institutionalisiert werden, wie es in den
Jahren bis 2007 in der westlichen Finanzwelt praktiziert wurde, wenn
anschließend der viel zitierte Satz von Warren Buffett "Kreditderivate sind
finanzielle Massenvernichtungswaffen" traurige Realität wird und wenn
sich ganze Volkswirtschaften in Luft auflösen, müssen wir uns dann nicht
die Frage stellen, ob das islamische Finanzwesen die besseren
Alternativen bietet?


Dabei fällt es im ersten Moment schwer, sich mit einer Finanzsystematik
zu befassen, die Zinsen zu umgehen sucht. Westlich geprägte Banker
mögen dann schnell ein negatives und sehr pauschales Urteil fällen, weil
auch über Umwege letztlich Zinserträge erwirtschaftet weden, auch wenn
der Kapitalzuwachs anders benannt wird.

Wer solch ein vorschnelles Urteil fällt, vergibt aber meines Erachtens die
Chance, über eine Verbesserung seines Anlageverhaltens nachzudenken.
Neben rein pragmatischen Gründen lohnt sich ein Blick auf das islamische
Finanzsystem auch aus ethischer Sicht.

Er kann Klarheit in die eigene Weltanschauung bringen, Orientierung
bieten und zu einer Veränderung eingefahrener Verhaltensweisen führen.

Das Finanzdesaster von 2007 konnte nur solche Ausmaße annehmen,
weil kaum noch ein Banker westlicher Prägung (von Warren Buffett einmal
abgesehen) den Mut aufbrachte, aus diesem System auszusteigen, was
offenkundig die bessere Lösung gewesen wäre.

Befassen wir uns darum einmal mit den Grundprinzipien bzw. den
Verboten des islamischen Finanzwesens. Folgende Regeln sind zu
beachten: Zinsverbot (Riba), Verbot der Spekulation (Gharar) und Verbot
des Glückspiels (Quimar).

Mit dem Zinsverbot haben westlich geprägte Banker und Unternehmer so
ihre Schwierigkeiten. Sie bleiben an der Frage hängen. Wie soll das im
Tagesgeschäft funktionieren?"

Nun, vielleicht ist das Problem beim Zinsverbot noch am einfachsten zu
lösen. Anstatt Kredite zu vergeben, kauft die Bank das Investitionsgut
und verkauft es mit einer Gewinnspanne auf Raten, ohne Zinsen zu
berechnen, weiter.

Ähnlich einer Leasinggesellschaft westlicher Prägung wird das
Investitionsgut also in die Bilanz des Finanzdienstleisters genommen,
wird dann aber auf Raten weiterverkauft.

Im Anleihegeschäft erhält der Anleger keinen Zins, sondern eine
Beteiligung am Erlös des zugrunde liegenden Geschäfts.

Der Handel mit Aktien ist erlaubt, wenn die Unternehmen
Mindestanforderungen erfüllen.

Für den Handel mit Aktien hat Dow Jones Indexes (Joint Venture zwischen
CME Group Inc. und Dow Jones & Company Inc.) den Dow Jones Islamic
Market Index mit einer Vielzahl von Sektorindizes ins Leben gerufen.

Das Shariah Supervisory Board, bestehend aus fünf Experten aus fünf
Regionen (Bahrain, Malaysia, Saudi Arabien, Syrien und den USA),
untersucht regelmäßig, welche Aktien und Anleihen den strengen
Compliance-Regeln entsprechen und in einen solchen schariakonformen
Index aufgenommen werden dürfen.

Dabei müssen die Aktien bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, die
dazu führen, dass folgende Branchen aus einem Islamic Index
ausgeschlossen werden:

Alkohol- und Tabakunternehmen

Schweinefleisch verarbeitendes Gewerbe

Finanzdienstleister, die mit Zinsen und Spekulation ihre Renditen erwirtschaften

Unterhaltungsindustrie

Waffenindustrie

Dow Jones hat mittlerweile eine Vielzahl von solch speziellen Indizes auf
den Markt gebracht. Für deutsche Stiftungen oder kirchliche
Kapitalsammelstellen kann es durchaus interessant sein, einmal zu
prüfen, welche Investitionsobjekte aus der eigenen
Vermögensverwaltung den strengen Scharia-Standards nicht genügen
und es nicht schaffen würden, in einen Islamic Index aufgenommen zu
werden.

Fazit: Man mag sich darüber streiten, welche ethische Norm die richtige
ist. Ich bin der Meinung, solange sich die Handelspartner an ihren
eigenen ethischen Grundsätzen ausrichten und sich auch daran messen
lassen, kann sich eine Gesellschaft finanziell auf gesunder Grundlage
weiterentwickeln.

In Europa gab es einmal so etwas wie die Kaufmannsehre und den
Geschäftsabschluss auf Handschlag. Im Börsengeschäft unter
Parketthändlern hat zum Beispiel heute noch das gesprochene Wort
Gültigkeit. Auch die deutsche Hanse wurde zwischen dem 12. und 17.
Jahrhundert gerade durch ihre Kaufmannsgepflogenheiten und strengen
Gesetze, die heute noch mit Begriffen wie Treu und Glaube im
Bürgerlichen Gesetzbuch zu finden sind, zu einer der größten
Erfolgsgeschichten in der kaufmännischen und politischen Geschichte.

Es ist durchaus möglich, dass es die islamische Finanz-Community mit
ihrer Scharia schafft, diese Erfolgsgeschichte zu wiederholen.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Traders Daily
Koblenzer Straße 99
53177 Bonn
Telefon: 02 28 / 9 55 03 33
Fax: 02 28 / 82 05 57 56
Internet: http://www.investor-verlag.de/
E-Mail: info@investor-verlag.de





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