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Thema: Rund um Geld, Vermögen, Rente, etc. *** Was die EU für die Banken aufgewendet hat
Michael Vaupel (offline)
Moderator





Beiträge: 93
Geschlecht:
Mitglied seit: 21.11.2008

Deutschland
icon1   Rund um Geld, Vermögen, Rente, etc. *** Was die EU für die Banken aufgewendet hat #1 Datum: 08.01.2013, 17:16  

Drastische Zahlen:
Was die EU für die Banken
aufgewendet hat



Potzblitz! Gerade die offiziellen Zahlen der EU zum Thema
"Staatliche Beihilfen" gelesen. Es gibt nun die 2012er Ausgabe des
"Anzeigers für Staatliche Beihilfen".

Darin aufgelistet: Der "Umfang der von Banken von Oktober 2008 bis 31.
Dezember 2011 tatsächlich in Anspruch genommenen Unterstützung der
Mitgliedsstaaten".

Summe? Rund 1.600.000.000.000 Euro. Kein Witz. Rund 1,6 Billionen
Euro. Das sind rund 16% des Bruttoinlandsproduktes der EU. Der größte
Teil davon wurde in Form staatlicher Garantien für Interbankenkredite
"gewährt".

Die 1,6 Billionen Euro bedeuten also nicht, dass das Geld auch geflossen
ist, denn wenn es gut geht, kostet eine Garantie nichts. Dennoch....diese
Zahl trägt nicht dazu bei, bei mir Vertrauen oder Achtung vor "Bankern"
zu fördern, ganz im Gegenthum. Aber natürlich will auch hier - wie
generell - differenziert werden, sonst wird es zu platt.

Was mich aber wirklich ärgert, sind die Relationen. Für die Banken wurden
rund 16% des BIP aufgewendet. Und sonst? Für die "nicht
krisenbedingten Beihilfen" insgesamt gerade einmal 0,5% des BIPs.

Dabei sind da durchaus sinnvolle Dinge dabei: Förderung von Forschung
und Innovation (für die an Rohstoffen arme EU existenziell!), Umweltschutz
(gute Sache), Risikokapitalförderung.

Die Relationen gefallen mir da nicht. Und wir brauchen uns nicht zu
wundern, wo die Probleme mit den Staatsschulden in Europa herkommen.
Den letzten Schub negativer Art gaben diese gewaltigen staatlichen
Unterstützungen für die Banken.



Gut, keine neue Erkenntnis - nun aber mit den Zahlen schwarz auf weiß
für jeden, der es lesen will, ersichtlich.

Wer denkt in dem Zusammenhang schon an den "Glass-Steagall Act"?
(Außer Ihrem Autoren, der es sonst ja auch gar nicht erwähnen
würde/könnte, wenn er nicht daran denken würde...)

1932 und 1933 wurden in den USA zwei Bundesgesetze beschlossen,
welche nach den beiden Politikern Carter Glass und Henry Steagall
benannt wurden. Diese hatten bereits damals eine Erkenntnis, welche
meiner Ansicht nach völlig richtig ist und bei deren Anwendung
heutzutage der EU diese gewaltigen Zahlungen erspart geblieben wären.

Und zwar legten diese Bundesgesetze fest, dass die Investmentbanken
von den "normalen Banken" getrennt operieren mussten. Wer klassische
Bankgeschäfte betreb, also Einlagen einsammelte, Kredite vergab,
Zahlungsverkehr abwickelte - der durfte keine Investmentgeschäfte
betreiben. Und umgekehrt.

Diese Regelung leistete Jahrzehnte gute Dienste. Sie wurde eingeführt,
weil während der Weltwirtschaftskrise offenbar wurde, dass sich viele
Bank-Manager extrem riskant und regelrecht dumm verhielten.

(Zum Glück gibt es das heutzutage ja nicht mehr, haha.)

Diese Regelung hatte unschätzbare Vorteile: Denn "System relevant" sind
viel eher die normalen Banken, mit dem Einlagengeschäft. Wenn die in
Schieflage geraten, könnte der Staat eingreifen. Diese aber wiederum
geraten nicht in Schieflage, weil sie gar nicht mit Derivaten etc.
spekulieren dürfen.

Und die Banken, die das dürfen, müssen sich aus dem Einlagengeschäft
raushalten. Sie spekulieren mit ihrem Geld und dem Geld der Kunden, die
das möchten.

Und dem Geld derjenigen, die ihnen Kredite geben. Wenn die pleite
gehen, so what - dann hilft auch niemand. Weil keine Spareinlagen
privater Kleinanleger in Gefahr sind.

Worauf ich hinaus will: Dieser "Glass-Steagall Act" bewährte sich
Jahrzehnte lang und meiner Ansicht nach ist er eine perfekte Lösung. In
den USA wurde er Ende der 1990er abgeschafft. Ich finde: Ein Fehler -
sonst wäre uns wohl eine Finanzkrise erspart geblieben!

Die EU hätte einen "Glass-Steagall Act" einführen sollen. 1999 hätte noch
locker gereicht. (Auch jetzt wäre es noch gut, für die Zukunft!) Dann hätte
der "Anzeiger für staatliche Beihilfen" wohl kaum vermelden müssen, dass
der Betrag von 1,6 Billionen Euro angefallen ist.

Und die Staatsschulden wären allgemein niedriger. Und das Wetter wäre
vielleicht auch besser.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Traders Daily





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