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Thema: Rund um Geld, Vermögen, Rente, etc. *** Wenn Ihr Nachbar sich 20.000 Euro leiht...
Michael Vaupel (offline)
Moderator





Beiträge: 93
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Mitglied seit: 21.11.2008

Deutschland
icon1   Rund um Geld, Vermögen, Rente, etc. *** Wenn Ihr Nachbar sich 20.000 Euro leiht... #1 Datum: 29.01.2013, 12:39  

Wenn Ihr Nachbar sich 20.000 Euro leiht...

"So soll der Wohlstand neu bemessen werden", las ich gestern in der
Süddeutschen. Ich zitiere: "Derzeit ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
der gängigste Gradmesser des wirtschaftlichen Wohlergehens.


Es misst den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr
erstellt werden. Seit jeher stößt dieser Ansatz auf Kritik. Denn das BIP
sagt nichts darüber aus, unter welchen sozialen und ökologischen
Bedingungen in einem Land gewirtschaftet wird."

Und an diesen Worten ist kein Falsch. Bereits vor mittlerweile
Jahrzehnten (Highlander?) befasste ich mich mit dieser Thematik und
fand, dass z.B. Schäden an der Umwelt oder Schuldenstand
Berücksichtigung finden müssen, wenn so etwas wie ein
"Jahreswohlstandsbericht" erstellt werden soll.



Allgemein wird dabei immer auf das BIP verwiesen, da sah und sehe ich
diverse Schwächen.

Ein Beispiel: Das BIP lässt sich durchaus steigern, durch massive
staatliche Ausgabenprogramme, mit Schulden finanziert. Laut allgemeiner
Ansicht ist das dann "gut", weil es ein Wachstum des BIP gab.

Doch schauen Sie sich dazu eine Analogie eine Stufe kleiner an. Wenn Ihr
Nachbar 100% seines Einkommens konsumiert, und nichts spart....und
dann noch einen Konsumentenkredit über 20.000 Euro aufnimmt und
komplett ausgibt.

Würden Sie dann ernsthaft behaupten, sein "Einkommen sei um 20.000
Euro gestiegen"?

Die naheliegende Anwort besteht aus zwei Worten: "Wohl kaum"!

Wenn der Nachbar sich Geld leiht und das ausgibt, dann ist sein
Einkommen keineswegs gewachsen. Er kann dank des Kredites mehr
ausgeben - mehr nicht.

Auf staatlicher Ebene ist es vergleichbar. Wenn ein Staat Schulden
aufnimmt in Höhe von 25 Mrd. Euro und damit ein Ausgabenprogramm
finanziert, welches das BIP um, nehmen wir einmal an, genau diese 25
Mrd. Euro erhöht.

Bisher wäre das aus Sicht der viel-zu-vielen dann eine "schöne Erhöhung
des BIP" und mithin ein "Erfolg". Dabei sehe ich das genau als das, als
was ich es im Fall des Nachbarn sehen würde.

Es gibt Hoffnung für uns Sterbliche mit gesundem Menschenverstand:

Denn laut der Süddeutschen soll nicht mehr nur das BIP alleine Aufschluss
über den Wohlstand Deutschlands geben, sondern ein neuer Indikator,
welcher sich aus zehn Messwerten speist.

Und siehe, es könnte gut werden! Denn diese zehn Messwerte
beinhalten genau diejenigen, welche mir der gesunde Menschenverstand
nannte. Die Höhe der Schulden soll nun berücksichtigt werden.

Die Verteilung des Einkommens (je ungleicher die Verteilung, desto
ungünstiger - ab einem gewissen Niveau!). Der für die Erzielung des
Einkommens notwendige Einsatz an Rohstoffen, mithin die Effizienz.

Wenn das gleiche BIP im Folgejahr mit 5% weniger Rohstoff-Einsatz
erzielt wird, ist das keineswegs nur "enttäuschende Stagnation", sondern
eine Verbesserung der Effizienz.

Zwiespältig sehe ich "weiche Kriterien" wie die Zufriedenheit der
Bevölkerung. Es gibt gute Gründe, so etwas mit hineinzunehmen in die
Bewertung, wenn man wirklich mit einem Indikator eine Aussage darüber
treffen möchte, wie sich die wirtschaftliche Entwicklung wirklich "beim
Volk" ausgewirkt hat.

Aber anders als "harte Indikatoren" zu Rohstoff-Verbrauch und
Schuldenstand sind mir diese weichen Indikatoren immer etwas suspekt.
Wie groß ist denn die Menge an Menschen, die befragt wird (die
Stichprobe)? Und, kennt man ja von sich selber, da ist doch viel von der
Tagesstimmung abhängig. Heute würde ich selbst vielleicht eine ganz
andere Antwort geben als gestern.

Insgesamt aber ein interessantes und viel versprechendes Projekt, wie
ich finde.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Traders Daily
Koblenzer Straße 99
53177 Bonn
Telefon: 02 28 / 9 55 03 33
Fax: 02 28 / 82 05 57 56
Internet: http://www.investor-verlag.de/
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